Ein bisschen viel “Erwartungen”
Obwohl ich mir vorgenommen hatte, keine Berichte durchzulesen: “wie ätzend doch einige Sachen gewesen sind” habe ich nun doch 2 Stunden mit Evaluation verschwendet. Meine Gedanken dazu:
Eine Unicon ist der Versuch möglichst viele (nämlich fast alle) Spielarten vom Einradfahren zusammenzubringen um ein Gemeinschaftsevent zu gestalten und allen Einradfahrern die Option zu bieten, abseits ihrer Disziplin Einradfahren zu sehen, auszuprobieren oder sonst wie näher zu bringen. Daneben werden auch Titel in den Disziplinen ausgefahren.
Bei jeder Unicon zu erwarten, dass diese Disziplinen ähnlich umfangreich und professionell aufgezogen werden, wie bei Spezialevents (Einradmarathon, 24 Stunden Hockeyturnier, Freestylemeisterschaften, GMTW´s) dürfte zwar wünschenswert aber fast unmöglich sein.
Die Events wurden an Event Direktoren (ja ich war auch einer) verteilt, die
a) die Aufgabe hatte ihren Event zu planen
b) die Durchführung zu überwachen für ihren Part verantwortlich zu sein
c) entlohnt wurden durch kostenlose Unterbringung, Essen und Trinken während der Convention, T-shirts und kostenlose Teilnahme der Unicon
Ich für meinen Teil bin 1 Jahr vor dem Event hingefahren, habe die Eishalle angesehen und auf Rutschigkeit getestet (war übrigens kein Problem zu Zeiten, wo kein Staub und Dreck auf dem Beton unter der Eisfläche lagen),
dann habe ich Skizzen gemacht was für Hindernisse ich gerne für Trial hätte.
Daneben habe ich mir (auch noch die Hallen für Hockey angesehen, den Belag in der Freestyle Gym getestet und für Hockeyunwürdig empfunden, Emfehlungen für die Hockeyhallen gegeben), den “extrem” Downhill getestet.
Wenn einzelne Events dann aus dem Ruder gelaufen sind, liegt es also vornehmlich an dem “Event Direktor” für das Einzelevent.
Street, Trial - Olaf
Hockey - Rolf
100km - Diego
Von Seiten der Organisation (David, Willi etc.) sind mir persönlich genügend Informationen zugesendet worden und auch häufig Emails bekommen mit der Bitte nach Materiallisten, Things to do etc.
Jeden Tag bin ich gefragt worden, ob ich Freiwillige gebrauchen kann und ob es zeitlich mit meinen Terminen klappt.
Im Einzelfall ist es daher aus meiner Sicht vom Event Direktor zu verantworten, wenn ein Event aus dem Ruder gelaufen ist. In meinem Fall war es Speed Trial. Bei den Damen schaffte niemand die Anforderung und der Wettkampf musste (spontan und daher chaotisch) anders durchgeführt werden. Die Hintergrundinfos lassen mich nun wissen, das es blöd ist einen Wettkampf für Beginner auszuschreiben, da sich Leute die sonst kein Trial betreiben melden und dann verdutzt sind, wenn sie 2 Paletten hoch sprngen müssen (was lauft IUF Definition) eine Beginner line ausmacht.
Gut das ganze war ein Test und sollte den “nur” Trialern einen weiteren Wettkampf bescheren. Hat weniger geklappt: Mein Resultat - Ausschreibung verändert oder halt bleiben lassen.
Das es in der Hockey Halle reinregnet: Shit happends - kann passieren.
Die Details zum Hockey hängen also vornehmlich an Rolf. Der hatte aber auch Einzelfallprobleme (wie zum Beispiel schon versprochenen Tore, die dann aber nur unter Auflagen mitgebracht worden wären).
Mal ehrlich, ich würde als nicht Hockeyspielender Verein auch nicht 1000 Euro für Tore investieren, die ich nachher verschenken oder verschrotten muss.
Was die Diskussion über das viel verdiente Geld angeht (betrifft Hauptsächlich das englische Forum).
160 Euro für eine Convention sind wirklich günstig.
Mieten, Extrakosten Hausmeister, Ambulanz, Essen für die Helfer, Zeitnahmen, Werbung, Ausschilderung, Programme, Shows etc.
Alleine “mein” Trial hat mehrere tausend Euro gekostet:
500 Paletten leihen und anfahren lassen
davon nach dem Event gut 100 kaputt (Extrakosten)
Dann sind gut 20 Hindernisse (Pyramiden, the wall, Eisenrails, LKW Schläuche, Dreiecke etc.) extra gebaut worden
Ich war diverse Male im Baumarkt und habe Schrauben nachgekauft, insgesamt sind geschätzt 500 Euro in Schrauben, Ketten, Bits und sonstige Geräte geflossen.
Autoreifen und LKW Reifen wurden angeliefert und abgeholt
Das Schrottauto wurde präpariert und gebracht.
Die Karten für den Trial wurden entworfen und gedruckt.
Zangen (für die Judges) wurden gekauft
Tshirts und Essen (Aufbau, Wettkampf etc.) wurden ausgegeben (Ich habe über 120 Marken und Shirts verteilt).
Ich glaube die Nörgeleien sind (durchaus berechtigt) überziehen aber das Maß (vor allem im Englischen Forum) und treffen absolut die Falschen.
Das was ich mir nicht verkneifen kann:
Dafür das die Street und Flat Fahrer den Boden in der Icehalle sooooo scheiße fanden, hingen sie dort aber erstaunlich lange ab, vor allem auch, wenn es nervend war, weil etwas auf- oder umgebaut werden sollte. Dabei war auch immer wieder zu beobacht, das Fahren wohl doch ging, zumindest um zu testen ob der Boden immer noch so rutschig war.
Die Unterschriftenaktion war ja gut gemeint, konstruktiv ist aber was anderes. Vielleicht hätte es ja auch der Reinigungswagen und ein einfaches Wischen des Bodens in der kleinen Icehalle vor dem Colaeinsatz auf der Fläche getan.
Kurzum, das Wetter war gut, wir hatten Spaß, hatten passable Wettkämpfe (viele waren sogar richtig gut), es war innovativ und hätte nun wirklich viel schlimmer kommen können. Die Stadt war genial und es tut gut, dass es Menschen gibt die aus Enthusiasmus und Freude an der Sache so etwas “frei willi g” auf die Beine stellen. Ich glaube die wenigsten würden es selber machen wollen.
Fazit Ende