Schlumpf: Erfahrungsaustausch

genau das bezweifle ich, sonst könnte man nicht auf dem punkt balancieren. = stillstand.
die summe der momente beim rumhampeln führt irgendwie zu einer verlagerung des schwerpunktes.

balancieren - ist physikalisch wenig hilfreich aber beschreibt den vorgang recht gut.
da muss noch mehr als der impulserhaltungssatz am werk sein…
in der zeitsumme ist der schwerpunkt immer lotrecht über der auflage - in der momentaufnahme aber nicht zwingend - und er wird fortwährend verlagert = balancieren
wie aber ist die physik des balancierens :thinking:

hab grade hier noch was gefunden grade nicht so viel zeit und beim queerlesen nix gefunden was das phenomen des balancierens erklärt…

Ich denke nicht, daß der Schwerpunkt sich verlagert. Durch Rumhampeln kannst du den Auflagepunkt des Rads verschieben, so daß der Schwerpunkt nicht mehr darüber ist, oder der Auflagepunkt des Rads gerade unter den Schwerpunkt gebracht wird. Der Schwerpunkt selbst ist aber genau da wo er ist und da bleibt er auch. Andernfalls hättest du gerade eine neue magische Kraft entdeckt.
Und beim Stillstand passiert in der Praxis mehr als nur Rumhampeln. Du bewegst nämlich mit Hilfe der Pedale das Rad vor und zurück. Vielleicht nur ganz klein wenig, aber du tust es. Anders ist es bei einem Stillstand auf dem BC Wheel oder auf dem Einrad im Coasting. Aber das ist ja vom Bewegungsablauf (ja, da findet ein Bewegungsablauf statt) auch etwas völlig anderes.

ok machen wirs mal einfach:
wie funktioniert das dann auf dem seil - also seitwerts wohl kaum durch verlagerung der auflage - alternativ kannst du auch Lutz auf den Flaschen nehmen :thinking:

Seil: genauso wie auf dem Einrad. Du holst das Seil unter den Schwerpunkt.
Flaschen: gar nicht. Wenn der Schwerpunkt einmal außerhalb der Auflagefläche (die zwar klein, aber mehr als punktförmig ist) ist, hat Lutz verloren.

Anderes Beispiel: man sieht immer wieder in Filmen Szenen, wo jemand an einem Abgrund steht, gerade runterkippt und durch wildes Fuchteln mit den Armen sowie limboartigen Körperbewegungen versucht, das Kippen zu verhindern. In Comics klappt das meist, in Spielfilmen nicht.

Sollte aber eigenlich funktionieren, wenn auch nicht ganz so extrem wie in manchen Comics, Wenn man sich die Arme als Schwungrad vorstellt, die eine gewisse Trägheit besitzen, kann man sich durchaus durch konstantes Beschleunigen in einer schräglage halten, bzw. durch noch schnelleres Beschleunigen auch wieder in die Waagrechte zurück bewegen.

Wenn man sich auf der Achse einen Motor vorstellt, der mit einem bestimmten Konstanten Drehmoment das Schwungrad beschleunigt, wirkt das gleiche Drehmoment auch auf die schrägstehende Halterung in die entgegengesetze Richtung und lässt sich durch geziehltes beschleunigen auch ausbalancieren.

@ Yeti

du hast nicht recht :wink:
einen fehler habe ich auch schon gefunden - glaube aber nicht das es der einzige ist, denn Johannes hat ja wohl auch recht.

das ganze gleichgewichtssystem unterliegt ja der konstanten erdbeschleunigung und die kannst du sehr wohl zur momentabstützung bzw schwerpunkt verlagerung nutzen!
stell dir ein fach mal vor du hast einen ball in der ausgetreckten hand (jedenfalls ausserhalb vom lot des schwerpunktes) wirfst den nach oben und fänst ihn wieder auf. dabei hast du zweimal eine beschleunigung in dieselbe richtung und verlagerst deinen schwerpunkt. dasselbe geht ja auch ohne ball - nur mit arm etc. also “rumhampelt” ist aber nicht so anschaulich;)

man kann also sehr wohl den schwerpunkt verlagern…

Bei Yeti’s idealisierten Betrachtungen scheint die Masse und deren Trägheit nicht berücksichtigt zu werden, soweit ich das sehe. Insbesondere die Trägheit des Rads im Verhältnis zur Trägheit des Körpers. Dieses Verhältnis ist beim 36" Schlumpf im 2. Gang ganz anders als beim 20" ohne Schlumpf.

Zu mehr hab jetzt grad keine Zeit…

Sehe ich auch so: wenn ich auf das Pedal eine Kraft ausüben kann, dann resultiert daraus eine Gegekraft! Diese kann vom Fahrer dazu genutzt werden, sich nach hinten zu schieben. Mehr Trägheit (Radgrössse/Schlumpf), mehr Kraft, mehr Gegenkraft - bis die Beschleunigung wirkt würde man längst auf der Nase liegen.

Definiere “nach hinten schieben”! Relativ zu was? Was ist dein Bezugssystem?
Relativ zum Rad: ja. Das bedeutet nichts anderes als, daß das Rad nach vorne geschoben wird.
Relativ zu einem mit Fahrgeschwindigkeit auf dem Boden mitlaufendem Punkt: nein. Das wäre ein Widerspruch zum Impulserhaltungssatz.

Ja, das ist ein Argument. Meist ist dieses Fuchteln (sowohl beim in-den-Abrund-Kippen als auch auf dem Einrad) allerdings nicht rotierend, sondern hin und her, was also gar keinen Effekt hat.
Selbst bei rotierenden Armbewegungen müßte man bei einer Neigung von 5 Grad und meinen Größen- und Gewichtsverhältnissen pro Sekunde um 172 Umdrehungen/Minute beschleunigen (falls ich mich nicht verrechnet habe). Das sind also sehr theoretische Werte.

Wo genau ist dabei dein Problem…? :roll_eyes:

Wenn du vorn aufs Pedal trittst, rotierst du deinen Körper um die Nabe ein Stück zurück.

Natürlich beschleunigst du das Rad dabei auch etwas, sodaß es sich wirklich geringfügig unter deinen Schwerpunkt schiebt. Der Effekt, dass sich der Körper (mitsamt Gabel, Sattel) wieder aufrichtet, ist aber deutlich spürbar, da das große Rad (ich wiederhole mich…) eine große Trägheit entgegensetzt.

Dass du dich sowieso mit einer konstanten Geschwindigkeit nach vorn bewegst, ist irrelevant (Bezugssystem).

Haben wir hier nicht irgend jemanden, der sich mit so was auskennt und mal für Klarheit sorgen kann?

natürlich kannst du deinen schwerpunkt verlagern, die frage ist, zu was.
wenn du gerade und symetrisch stehst, ist dein schwerpunkt in der mitte zwischen linker und rechter körperhälft. hebst du nun den rechten arm zur seite hoch, wandert der schwerpunkt nach rechts.
wenn du dabei keine anderen kräfte auf den boden ausübst, wird sich dein körper gleichzeitig nach links verschieben, also bleibt der schwerpunkt an der gleichen stelle. wenn dein arm zu leicht dafür ist, das festzustellen, dann nimm doch ein gewicht in die hand :smiley:
=> impulserhaltung!
man kann natürlich auch den körper stillhalten (vergleichsweiße schwerer) und den schwerpunkt somit wandern lassen, dabei übt man allerdings eine kraft auf den untergrund aus, was auf grund der reibung nicht gegen den impulserhaltungssatz spricht. umfallen wird man dabei auch nicht, weil man ja nicht auf einem punkt steht, sondern auf den flächen von 2 füßen, die vielleicht sogar nichteinmal direkt nebeneinander stehen.

man hat also durchaus etwas spiel zum gewichtsverlagern, dank reibungen, nicht punktförmigen auflageflächen und so weiter, sobald man aber aus diesem kleinen bereich drausen ist, muss man was tun, oder man fällt! und gewichtverlagerung ist dann nicht mehr möglich!

Danke. Endlich einer, der mir Rückendeckung gibt. :slight_smile:

mach ich doch schon die ganze zeit :smiley:

ich hab übrigens gerade die signatur von ernst entdeckt:

gibt doch das problem vereinfacht sehr schön wieder.
zu fallen droht man nur, wenn der schwerpunkt aus dem stabilen bereich drausen ist, und dann muss man in die richtung fahren (also beschleunigen), in die der schwerpunkt gewandert ist, damit das ganze wieder stabil wird!

Alpha Centauri!

da wiederspreche ich schon wieder;)
beim balancieren wird auch arbeit verichtet!
wenn ich den einen arm hebe den anderen senke befinden sich die “armmassen” anschließend auf unterschiedlichem energieniveau und das hat sehr wohl effekte auf das balacierende system:)

die betrachtung der masse als “schwerpunkt” ist wie Johannes schon gezeigt hat also völlig unzureichend - man müsste den körper mindestens als geometrischen, beweglichen körper mit einzelnen teilmassen betrachten.

mein freund arnd hat mal für eiinen künstler einen metallwürfel gebaut - glaube 1m kantenlänge, komplett zugeschweisst bei dem wohl jeder gesagt hätte die betrachtung des schwerpunkt in der mitte reicht völlig. was man natürlich nicht sehen konnte war die verborgene innere mechanik die mehrere rotierende massen besass mittels derer sich der würfel selbst kippen, auf die kannte stellen etc konnte…so ähnlich geht es mit dem balancieren der körper obwohl hier das verborgene innenleben gar nicht soo unbekannt sein sollte:p

36" praxis: wenn man nach vorne kippt bewegt man den oberkörper schnell nach vorne. kennt jeder - oder?
damit “drückt” man das rad nach vorne - unter den schwerpunkt. das würde auch bei einem 36" BC funktionieren ist also unabhängig von dem
pedaltreten. man balanciert also und das recht wirksam da der oberkörper inklusive kopf und armen ein großteil der körpermasse darstellt.

du hast nicht unrecht, aber was ist, wenn ich jetzt mal so sage, dass der schwerpunkt im menschen nicht immer am gleichen fleck ist sondern als durchschnittswert der einzelnen teilmassen durchaus beweglich ist :smiley:
ok, selbst dann bleibt der schwerpunkt nicht am gleichen fleck, wenn ich meinen arm hebe, auch wenn sich der körper bewegt, aber diese anschauung, macht das ganze schonmal viel einfacher und verträgt sich trotzdem mit dem ganzen!

warum man allerdings das einrad nach vorne drückt (ohne die pedale), wenn man den oberkörper nach vorne lehnt, verstehe ich nicht. wieder spricht meiner meinung nach sogar jeder logik. oder meintest du was anderes?

M0496:)