Richtig große Einräder

Hat jemand schon mal ein Einrad 40" und größer ausprobiert? Solche gibts leider nur mit Vollgummireifen, aber für Touren auf der Straße könnte ich mir das recht gut vorstellen. Je größer das Rad, umso ruhiger läuft es, oder?

schau doch mal hier unter Einräder

Ich bin schon mal auf einem 45"-Rad gefahren. War eine ziemliche Qual überhaupt loszufahren, an frei Aufsteigen war nicht zu denken. Damals hatte ich aber auch noch keine Erfahrung mit 36ern und Schlümpfen.
Wenns aber erst mal fährt, dann fährts. Für Touren halte ich es nur begrenzt geeignet, wegen

  1. dem Vollgummireifen, der kein Steinchen und kein Schlagloch verzeiht,
  2. der fehlenden Wendigkeit. Eine verkehrsbedingte Vollbremsung ist nicht drin und gasgeben an der Ampel dauert 3 Ampelphasen lang,
  3. der (gefühlten) Unmöglichkeit des freien Aufstiegs.

QU-AX hat da vor kurzem ein paar Bilder eines 56ers geposted:

http://a1.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/483675_10150693856339181_447499826_n.jpg

http://a6.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/480994_10150693856574181_361420588_n.jpg

http://a4.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/314105_10150693856534181_91468931_n.jpg

Uiii, mit kürzeren Beinen wird es da aber kritisch :smiley:

SCNR

Luftbereifung ist sehr wohl möglich. Wird halt sozusagen “noch customer”.
-> Möglichkeit die ich seh: Schlauchreifen
Das wichtigste daran: der Reifen ist im Unterschied zum Vollgummi nicht einfach ne Meterware zum Abknipsen sondern das Konfektionieren auf benötigte Länge benötigt wohl etwas mehr Knuffhuff. Da muss dir jemand aus 2 Standardreifen einen neuen Vernähen und vervulkanisieren. Du hast dafür einige Auswahl an Reifen, typisch sind: 18-25mm Straßenreifen, 32-35mm Cyclocross in Varianten für trocken bis schlammig. MTB-Reifen sind sicher uninteressant.
Die Felge wäre auch eine Sonderanfertigung, Holz geht wohl am einfachsten, ist auch ein übliches Material und erprobt.

Wenn du Luftbereifung willst und dich so ein System nicht schreckt, setz dich mit Matthias (mbi03) aus dem Velomobilforum in Verbindung, der hat wohl schon mehrere Hochräder auf Luftreifen konvertiert oder damit aufgebaut (und auch alles selber gemacht, Felge und Reifen, sogar Naben macht er…). Der wär jedenfalls meine Ansprechperson.
Würde mich freuen wenn ich dich als Versuchskarnickel vorschicken kann ;), will nämlich selber sowas, früher oder später… (steht bloß hintenan in der Prioritätenliste)

Es gibt sicher auch einen Weg ein Drahtreifen-Luftsystem zu machen, einer im englischen Forum hat sowas… weiß nichts genaueres mehr. Auch hier sind dann die Reifen zu konfektionieren. Ich stell mir das bei einem Drahtreifen aber noch schwieriger vor als beim Schlauchreifen.

@ Stuffi: Ganz unabhängig davon - 4,5m sind einfach zuviel Entfaltung.
Ich würd sowas wie 3m wollen. Da sind die 36er halt schon nah dran…

3m entspricht einem 36er, 4,5m einem 36er mit Schlumpfnabe im großen Gang.

Hier hätte ich mal angefragt:http://www.shop.hochrad.net/(Hoffentlich funktioniert der Link, sonst googeln)
Mich würde ein 42" oder 44" Rad interessieren.
Mittlerweile kann ich mit meinem 36er ziemliche Anstiege bewältigen, deswegen denke ich, dass ich mehr Entfaltung vertragen kann. Ich bin auch schon mein 28er mit Rennradreifen gefahren. Auf der Straße hat sich das ganz gut fahren lassen, Schotterwege waren auch noch möglich.

Ich interessiere mich auch für 42"-44" Räder (längere Beine habe ich nicht).

Allerdings glaube ich nicht, dass man mit diesen Räder auf längeren Strecken schneller ist als mit einem 36er mit kurzen Kurbeln. Der Unterschied ist ja ungefähr wie zwischen 29" Schlumpf und einem 36er. Die Zeitunterschiede beim Marathon sind mehr oder weniger auf den Fahrer zurückzuführen. Die Vorteile der Luftbereifung und die fehlende Bremse verkleinern den Vorsprung eines 44" Hochrad weiter.

Aber die Optik ist halt schon genial.

Christian

80" mit Stelzen, das hätte doch was!

Nicht jeder kann so hohe Trittfrequenzen halten, außerdem verschenkt man mit kurzen Kurbeln Kraft. Ich hab vor einiger Zeit mal ein paar Tests gemacht: 28er mit 100er Kurbeln vs. 36er mit 165er Kurbeln auf hügeliger Strecke, und 28er mit 75er Kurbeln vs. 36er mit 125er Kurbeln im Flachen. In beiden Fällen war das 36er schneller.
Ob dann ein 29er Schlumpf besser wäre, weiß ich nicht. Ich mag die Laufruhe des 36er aber mit Schlumpf wär mir das doch zu heftig.

Warum? Gerade bei deiner Kraft, die du durch das Fahren ohne Sattel auf dem Ultimate hast, sollte ein geschlumpftes 36er gut passen. Bei mir fehlt diese Kraft und dadurch habe ich so meine Probleme. Fahren kann ich es aber, auch über mehrere Kilometer im großen Gang. Und die Laufruhe nähert sich dabei (gefühlt) Unendlich :slight_smile:

Das ist eigentlich nicht verwunderlich, oder?

Mir ist aber noch nicht wirklich klar, was du erreichen möchtest. Ich nehme an, dass du bei >36" zwar viel Laufruhe bekommst, aber ordentlich an Agilität verlierst. Ich würde das eher als etwas Extravagantes sehen, ähnlich eines Hochrades, was ja seinen Reiz hat, aber nicht als etwas Praktisch-Sportliches. Für Letzteres würde ich auch eher die Schlumpfoption in Betracht ziehen.

Du hast doch schon ein G24. Wenn dir Laufruhe wichtig ist, dann würde ich dir auch zum G36 raten. Wenn du runterschaltest, dann hast du die volle Agilität und bist noch gut XC-tauglich und im zweiten Gang kannst du mit niedriger Kadenz flott touren.

Wo ich anderer Ansicht bin als Hugo ist die Bedeutung der Kraft. Ich meine, dass auch im zweiten Gang in flachem Terrain Technik, Koordination und Balance die entscheidenden Faktoren sind und die Kraft bzw. Kraftausdauer eine untergeordnete Rolle spielen. Wenn man mal die Technik drauf hat, sind im zweiten Gang auch lange Strecken gut zu schaffen.

Dann habe ich wohl die Technik nicht drauf…

Kurze Berechnung: Wenn man von 36 auf 46 Zoll (3,5m Entfaltung) geht und die Laufradmasse linear mit dem Umfang ansteigt (also Speichen vernachlässigt, Nabe spielt eh keine Geige), komm ich mit der einfachen Punkt/Ringmassenformel I=mr² auf ein verdoppeltes Trägheitsmoment. Wenn wir das 36"-Material hochskalieren.
Wenn man dagegen die Masse, die das Felgen/Reifensystem pro Umfanglänge hat, halbieren könnte, käme man auf das gleiche I wie beim 36er.
Und genau das sollte m.E. gut möglich sein - denn die Ausgangsbasis ist ja ein 60mm Drahtreifen auf angemessen breiter und offroadstabiler Felge, da ist Raum nach unten.

Unter Agilität verstehe ich nicht nur eine geringere physikalische Trägheit, sondern auch Dinge wie einfaches Aufsteigen, ein wendigeres Rad und eine kleiner Strecke, um wieder in die horizontale Pedalstellung zu kommen. Das kann man eventuell noch um Material ab der Stange erweitern.

Lass mich mal einen Vergleich aus einer anderen Sportart bemühen. Wenn ein Kletterer bis an sein Limit geht und nicht gerade auf einer Reibungsplatte unterwegs ist, dann wird er schlussendlich daran scheitern, dass ihm die Finger aufgehen oder die Unterarme dicht machen. Er wird immer daran scheitern, dass ihm die Kraft fehlt, um den nächsten Griff zu halten oder den Zug durchzuziehen.

Aber scheitert er jetzt wirklich daran dass es ihm an Kraft fehlt? Möglicherweise schaut er nicht genau, wo er seine Füsse platziert, traut ihnen daher nicht sein volles Gewicht an und hält dadurch mehr Gewicht mit den Armen. Oder er greift den Fels nicht wie ein rohes Ei, sondern wie eine Kartoffel, die er versucht in Gedanken an den Seewolf zu Brei zu drücken. Oder er belastet die Griffe nicht optimal. Oder er nimmt seinen Schwerpunkt zu weit aus der Wand. Oder er macht zu grosse Schritte. Oder er baut zu wenig Körperspannung auf. Oder er wählt suboptimale Tritte … oder, oder, oder. Es gibt zig Möglichkeiten, die einzeln und in der Summe dazu führen, dass die begrenzte Resouce der Arm- und Fingerkraft ruck zuck aufgebraucht wird. Soll er nun Krafttraining machen?

Das Langstreckenfahren mit dem Einrad im +/- Flachen sehe ich ähnlich. Ich denke, dass wir eine ganze Menge technische Unzulänglichkeiten haben, die das Einrad daran hindern schneller zu fahren. Wir vergeuden Energie durch den Kampf gegen die Gravitation und um die Balance mit jeder Menge sich kompensierender Ausgleichsbewegungen. Wenn ich daran denke, wie ich früher nach wenigen zig Metern brennende Oberschenkel hatte. Der Fortschritt kommt höchstens marginal durch einen Kraftzuwachs.

also wir haben im kaos ein 42" mit 165er kurbeln(altes kurbelsystem daher nicht wirklich zu wechseln) es hat einen vollgummireifen und 48 speichen.
es ist wesentlich leichter als das 36" KH weil es eine dünnere felge und eine zierlichere gabel hat.

durch die langen kurbeln und weniger gewicht ist das KH(125mm kurbeln) träger als das 42". vollgummireifen klingen zwar schwer aber 36x2,5 sind es auch.
die kurvenlage von dem teil ist der wahnsinn. man kann sich nicht wirklich hineinlegen und es schlenkert(sinuswelle wegen belastung der pedale).
jede unebenheit spürt man 1:1 in den beinen.

alles in allem kann ich vollgummireifen nicht empfehlen. es hat schon nen grund wieso KH einräder teuer sind: ihre qualität.

Wegen dem Vollgummireifen hab ich auch die größten Bedenken. Ich würde gerne mal so ein großes Rad oder ein G36 ausprobieren.
Klar, es ist alles auch eine Sache der Übung oder Gewohnheit.
@Ewok: Dein Vorschlag mit Umrüsten auf Luftreifen hört sich interessant an, es wär wohl nur ein ziemlicher Aufwand.

Große Reifen

Hier sieht man wie einen 36" Racing Ralph selber basteln kann.
Das könnte ja auch für noch größere Dimensionen funktionieren und Schläuche sind sowieso extrem dehnbar
Bastelanleitung

Ich weiß nicht so recht. Bei Geschwindigkeiten von über 20 km/h würde ich keinem zusammengenähten Reifen trauen. Nicht, weil er bei bei mehr als 20 km/h eher kaputt gehen würde, sondern weil die Folgen eines plötzlichen Reifenabschieds bei +20 km/h (zumindest für mich) mangels Sprintstärke doch sehr unangenehm sein können.

Um aber nochmal auf das Thema Kraft und Technik zurück zu kommen: Ich bin in der Mittagspause nochmal 36" geschlumpft und habe sehr darauf geachtet, möglichst locker auf dem Rad zu sitzen. Das bringt schon eine Krafteinsparung und ich war dann schneller unterwegs, als gedacht. Sogar gegen den Wind ging es ganz gut. Trotzdem gibt es weiterhin den Punkt, wo meine Kraft nicht ausreicht, um schneller zu werden, weil ich intuitiv eine Kraftreserve zum Ausgleich von Bodenwellen etc. zurückstelle. Wenn man mehr Kraft hat, liegt diese Schwelle höher.

Es ist also wohl eine Kombination aus Kraft und Technik, die bei großen Rädern gebraucht wird. Und da Dida meiner Ansicht nach beides hat, sehe ich für ihn kein Problem, mit einem geschlumpften 36er sofort zurecht zu kommen.