Hilfe - Felgenbremsen quietschen

Eine Stimmgabel so zu sagen :wink:

Ich fahr an meinem Lieger HS33er an Cantisockeln.
Die konnte ich neulich entquietschen, indem ich einfach die Befestigungsschrauben gescheit angezogen hab.

Also die, die in die Langlöcher unter den Kolben reingehen [Hier mal ne Frontansicht zum Nachvollziehen.]
Ab und zu gibts noch ein minimales Quietschen, aber meistens ist jetzt Ruhe.
Ich denke mal die Bremskolben haben einfach kein großes Spiel zum Schwingen mehr.

Keine Ahnung ob das auf die doch recht andersartige Befestigung beim Magurasockel übertragbar ist, aber ihr könnts ja mal ausprobieren.

PS: Hab den Thread jetzt nicht genau durchgelesen, bloß mal auf jeder Seite Suche nach “Schrauben” laufen lassen um zu schauen ob das schon jemand geschrieben hat.

Meine HS33 ist am 36er sehr bissig und schlecht dosierbar. Ich hatte die Beläge leicht schräg gestellt und das hat etwas Abhilfe geschaffen.In letzter Zeit wurde sie wieder bissiger. Das liegt daran, dass die Bremsbacken wieder paralleler auf die Felge treffen.

Heute war das richtig bescheiden, weil ich Knieprobleme hatte und schlecht über die Pedale bremsen konnte. In der Not kam ich auf die Idee ein wenig Fett aus den Pedalgewinden auf die Felgenwand zu bringen. Das Bremsverhalten war dann echt besser. Allerdings tat meine Bremse etwas, was sie noch nie zuvor getan hat. Sie quietschte, aber in Sirenenlautstärke!! :o

Mit etwas Papier machte ich das Fett wieder runter und das Quietschen liess nach. Später fand ich einen Lappen. Den packte ich unter die Bremsbacken und fuhr ein paar hundert Meter mit angezogener Bremse. Dann testete ich die Bremse bei einer Brückenabfahrt - und machte sofort einen Abflug über’s Einrad. :angry:

Mir ist nun aufgefallen, dass bei konstantem Bremsdruck das Zubeissen der Bremse immer in der selben Radstellung auftritt! Immer wenn das rechte Pedal vorne ist, dann packt die Bremse kurz heftiger zu und es gibt ein Ruckeln und einen leichten Schlag am Bremshebel. Das tritt unverändert auf, wenn ich die Pedale nicht belaste und auch in der Ebene. Da habe ich keine Idee woher das kommt. Die Felge läuft sehr rund - da ist nichts zu erkennen. Hat da jemand irgend eine Idee was das sein könnte?

Das ist ein interessantes Phänomen. Dank der Schlumpfnabe ist ja Radstellung und Pedalstellung entkoppelt. An einer unrunden Felge kann es also nicht liegen. Das einzige was mir dabei einfällt ist ein Defekt in der Nabe, der dafür sorgt, daß die Felge in dieser Pedalstellung Spiel hat.

:thinking: Ich habe zwar einen Schlumpf (siehe Bild links), von mir aus mit Schlumpfnabel und Schlumpfnarbe, aber ich habe keine Schlumpfnabe. :wink: Es könnte also durchaus an einem Schlag in der Felge liegen, aber ich habe keinen entdeckt, weder einen horizontalen, noch einen vertikalen.

Wie könnte man das testen? Ich kann in jeder Position die Felge locker an beide Bremssockel randrücken. Das dürfte aber bei der Radgrösse normal sein und da fällt mir in besagter Radstellung auch nichts Aussergewöhnliches auf. Auch die Struktur der Felgenwand erscheint mir homogen. Bin echt ratlos.

Sorry, da war ich vorhin wohl noch nicht ganz wach.

Nein, ist es nicht. Ich kann das bei meinem 36er nicht. Bei meiner alten Schlumpfnabe konnte ich das allerdings. Aber die wurde dann ja auch gegen eine neue ausgetauscht, weil da was gebrochen war.

Schlecht verarbeiteter Felgenstoß?

Evtl. kannst du mal versuchen die Speichen alle eine viertel Umdrehung fester zu spannen. Möglicher Weise veränderst du so über die Spannung irgendeine bistimmte Schwingungsfrequenz.

Wobei ich dann nicht wüsste, wiso es dann nur in einer Pedalstellung auftreten sollte. :thinking: Es könnte ja sein, dass an dieser Stelle eine nicht erkennbare unregelmäßigkeit an der Felge besteht, die die Schwingung in Gang setzt. Das ist insgesamt schon sehr rätselhaft bei deiner Bremse. :thinking:

Vorschlag: versetz mal die Kurbeln um ein paar Zähne. Dann bekommst du raus, obs tatsächlich an der Pedalstellung liegt oder an einer bestimmten Stelle der Felge und/oder Nabe.

Es liegt mit Sicherheit an der Felge. Dazu braucht Cyc nicht die Kurbeln zu versetzten, sondern er kann ganz einfach prüfen, ob die Kurbel in der problematischen Stellung ist, wenn der Felgenstoß an der Bremse ist.

Bei meiner 36" Felge habe ich auch ein leichtes Rucken am Felgenstoß. Ich spüre das zwar, aber es ist nicht extrem.

Du warst auch früh dran für Sonntag und arbeitende Bevölkerung! :slight_smile:

:thinking: :thinking: :thinking:

Nicht? Bei dem Raddurchmesser hielt ich das für unvermeidbar, dass das Rad nicht ganz steif ist. Ich habe es jetzt mal aufgenommen. Ist das

etwa nicht normal? Am besten man schaut auf den Abstand Reifen-Gabel, da die Bremsbacken ja beweglich sind. Das Spiel wird übrigens durch die Bremse beschränkt. Ohne Bremse könnte ich den Mantel bis an die Gabel drücken.

Guter Gedanke, denn genau so fühlt es sich an! Ich habe den Felgenstoss gerade mal gesucht - er ist ziemlich genau auf der entgegengesetzten Seite, also dennoch Fehlanzeige.

Ich warte mal eure Meinung zum Video oben ab. Wenn das Rad nicht steif genug sein sollte, dann wäre das vielleicht eine Idee. Da würde ich dann aber erst Rücksprache mit Roland halten, weil dann etwas oberfaul wäre.

Ja, es ist rätselhaft. Selbst wenn die Speichenspannung zu niedrig sein sollte, dann ist das recht gleichmässig der Fall und für sich genommen keine Erklärung des Effektes. Allerdings hatte ich schon gleich beim Zusammenbau das Problem, dass die Bremse unter Pedaldruck immer wieder streifte. Ich bin fast verzweifelt, bis die Bremse mal tat aber nicht mehr streifte. Da sehe ich einen möglichen Zusammenhang.

Da bin ich mir ziemlich sicher, dass es nichts mit der Pedalstellung zu tun hat. Wenn ich die Kurbeln um 90° versetzen würde, dann käme der Schlag nicht mehr wenn die rechte Kurbel vorne ist sondern oben bzw. unten. Der Schlag ist unabhängig vom Druck, den ich auf das Pedal ausübe. Dass die Kurbel damit was zu tun hat kann ich mir nicht vorstellen (wie wenn das was zu sagen hätte … :o… uff, da kommt gerade Hugo’s entlastende Beipflichtung ). Die Ursache dürfte am Laufrad liegen.

Bevor ich Kinder hatte, wäre mir das nicht passiert :wink:

Ziemlich genau so war es bei meiner alten Schlumpfnabe. Das hattest du dir doch damals sogar angeschaut und wir hatten noch darüber diskutiert.
Seit ich die neue Nabe habe ist es nicht mehr so.

Bei meinem 24er Muni hatte ich übrigens ein ähnliches Phänomen, das durch Zerlegen und wieder zusammenbauen behoben werden konnte.

Im Nachhinein denke ich, daß die Lager nicht richtig in den Lagerschalen drin waren und deshalb das Rad seitliches Spiel hatte.

Also bei mir kann ich die Felge wie in dem Video auch bis an die Bremsflanken drücken. Und bei mir bremst es sich super… Also daran scheint es nicht zu liegen…
Es kann natürlich immernoch sein, dass da ne ungünstige Schwingung ist, die man durch andere Speichenspannung verändern könnte.

Wie ist denn das, wenn du das Rad schiebst und die Bremse schleifen lässt? Ist dann an der besagten Stelle zu spüren, dass die Bremse dann plötzlich stärker packt? Und ist das, das eigentliche Problem, oder treten merklich überhaupt irgentwelche Schwingungen auf (auffällige Geräusche etc.).

Tendenziell würde ich mal behaupten, wenn die Bremse an einer Stelle stärker packt, dass es dann irgendwie an der Felge liegen müsste.
Wenn aber Schwingungen auftreten, würde ich sagen, das irgendwo was locker ist. Vielleicht auch mal alle andern Schrauben kontrollieren, die was mit Laufrad und Bremse zu tun haben (unten die Lagerklemmung an der Gabel, die Schrauben womit die Bremszylinder geklemmt sind, Speichenspannung…)

Wenn ich das Einrad vor mir herschiebe und dabei Bremse, dann ist der Schlag auch zu spüren. Das Versetzen der Kurbeln kann ich mir also schenken.

Ich denke nicht, dass das eine Schwingung ist. So ist auch die Geschwindigkeit egal. Es fühlt sich eher an wie ein unsauberer Felgenstoss (was es aber nicht ist). Daher sehe ich es wie du, Christoph, dass die Felge die wahrscheinlichste Ursache ist (auch wenn ich an ihr absolut nichts sehe).

Ich habe nun doch einmal alle Speichen eine Viertel Umdrehung angezogen. Es hat aber keine Auswirkung.

Weiterhin habe ich das Laufrad ausgebaut. Dort ist alles soweit ich es beurteilen kann in Ordnung. Auch war keine Schraube lose oder festgeknallt. Die Lager haben ein minimales seitliches Spiel. Das dürfte wohl ok sein. Ich habe alles wieder zusammengebaut. Passt alles perfekt. Obwohl die Lager jetzt natürlich in einer anderen Position in den Lagerschalen sitzen, kommt der leichte Schlag nach wie vor an exakt derselben (Hugo?) Stelle.

Obwohl alles auf die Felge hindeutet, wollte ich dann doch nichts unversucht lassen und die Bremse komplett neu einstellen. Dabei hat nun die rote Rändelschraube ihren Dienst quittiert :angry: :angry: :angry: Sie will weder vor noch zurück. Jetzt habe ich den Griff zerlegt, aber ich komme nicht weiter. Die rote Rändelmutter ist nicht exakt quer zum Gewinde. Kann aber sein, dass das so gehört. Bin noch nicht bereit Gewalt anzuwenden, aber ich scheine ein neues Problem zu haben. Zum Mäuse melken! :angry:

Tja Cyc, dein Problem scheint wohl wirklich nicht eins von der einfachen Sorte zu sein… Schade, das dir hier keiner so recht weiterhelfen kann :angry:

Falls du aus versehen aber dein rotes Rädchen an der Bremse geschrottet haben solltest, könnte ich dir evtl. das aus meinem alten an der Befestigung gebrochenen Bremsgriff zukommen lassen, da ich nicht glaube, das man das einzeln bekommen würde… Nur so als Info, falls sich da noch ein Schaden herausstellen sollte.

Nee, so sehe ich das nicht. Ich finde es nett von all denen, die hier mitdenken. Zwar haben wir keine Lösung, aber ein paar Dinge sind jetzt immer hin ausgeschlossen. Tut mir fast leid, dass es so vertrackt ist.

Das mit der Rändelschraube ist ein anderes Thema. Die hätte wohl auch so den Geist aufgegeben.

Nun, ich habe zwar nicht den Eindruck, dass ich es mit meinen zarten Fingerchen (hüstel :roll_eyes: ) “geschrottet” habe, aber doch, dass es geschrottet ist. Apropos “Schade, dass hier keiner helfen kann” - ich wollte gerade in den sauren Apfel beissen und die HS33 an meinem Muni auseinanderschrauben, um zu sehen, wie es dort ausschaut. Gut, dass ich hier nochmal gespickt habe! :slight_smile: Ich schicke dir eine e-mail!

Hab grad mal an meinem 36" nachgeschaut, so weit wie bei dir krieg ich die Felge (den Reifen) nicht gedrückt. Bis zur Gabel auf keinen Fall ohne ihm wehzutun. Ich denk es liegt an deiner Speichenspannung.

viel Glück bei der Fehlerbekämpfung wünscht Jockel

Danke, Jockel! Ich habe noch ein 26er hier stehen. Da bewegt sich gar nichts. Klar der Radradius ist über 10 cm grösser am 36er, aber das 26er ist dennoch um Längen steifer. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Speichenspannung am 36er übermässig hoch ist. Ich hab nur keinen Schimmer, wie man abschätzen kann wieviel gut ist und ab wann es des Guten zuviel wird.

Die Speichen sollten eine Vorspannung um die 1000N haben. Und wie mißt man das nun? Grundsätzlich ist das nicht ganz einfach, es gibt aber ein Hintertürchen. Du hast ein 26er, das du als Referenz nehmen kannst. Wenn du mit einem Metallgegenstand (z.B. ein Schraubenzieher) gegen eine Speiche klopfst, gibt sie einen Ton von sich. Gleiche gleiche Spannung ergibt den gleichen Ton (ich denke, das müßte unabhängig von der Speichenlänge sein, bin aber nicht ganz sicher). Je weniger die Speiche gespannt ist, umso tiefer wird der Ton. Du kannst dein 36er also nach deinem 26er “stimmen”. Falls ich mich irre, und die Tonhöhe doch von der Speichenlänge abhängt, kann ich dir gerne mal eine Tonaufnahme meines 36er schicken (etwas kürzere Speichen wegen Schlumpfnabe).

AAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHH!!! :angry: :angry: :angry:

Jetzt machst du mich fertig!

Ich dachte ich wüsste schon warum ich Einrad fahre und nicht Gitarre spiele! Da bläst man in so eine Tröte und wenn der Ton mit dem eine Saite übereinstimmt, dann ist es gut. Oder man vergleicht den Ton einer verkürzten, dicken Saite mit dem einer dünneren. Das ist in meinem Ohr nie gleich! Ich kann nicht mal sagen, welcher höher ist. :o Das ist wie wenn ich in einer Hand eine Bleikugel hätte und in der anderen einen Sack mit Federn. Das könnte ich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Bei einer Gitarre gibt es wenigstens noch solche elektronischen Stimmhilfen zum Schummeln. Aber für Speichen hat das sicher mal wieder keiner erfunden. Oder stimmt der Ton mit dem einer Gitarrenseite überein?