Zeiten von Rennen bei unterschiedlicher Radgröße vergleichen

Hat jemand von euch eine gute Idee, wie man die Zeiten von Rennen vergleichbar machen kann, wenn die einzelnen Teilnehmer mit unterschiedlichen Radgrößen und Kurbellängen antreten? Es geht darum, daß eine Gruppe von relativen Anfängern gerne mal gegeneinander antreten wollen. Just for Fun, ohne tieferen Hintergrund. Jeder hat ein Einrad und das ist eben wie es ist. Spezielle Renneinräder anzuschaffen ist keine Option.

Spontan würde ich sagen: gewertete Zeit = gemessene Zeit*(618mm/Raddurchmesser)*(Kurbellänge/125mm)

Ist das eine halbwegs gerechte Methode?

Da stimmt was nicht:

Regelgerecht:
20 * 618/618 *125/125 = 20 Regelgerecht
20 * 618/700 *125/125 = 17,66 --> Falsch mit dem grösseren Durchmesser muss eine langsamere Zeit heraus kommen

20 * 618/618 *100/125 = 16 --> auch Falsch mit der kleineren Kurbel (Vorteil) muss auch eine langsamere Zeit heraus kommen

also:
gewertete Zeit = gemessene Zeit*(Raddurchmesser/618)*(125/Kurbellänge)

Ansonsten passts, weil der Raddurchmesser zur Kurbellänge und Weg zu Umdrehung proportional sind.

Charly

Hast Recht. Da hatte ich Zähler und Nenner vertauscht. Nur gut, daß niemand weiß, daß ich mal Mathe studiert habe …

Aber ob es jetzt mit deiner Korrektur wirklich paßt, da bin ich mir nicht so sicher. Da stecken die Annahmen drin, daß die Geschwindigkeit proportional zur Radgröße (was innerhalb gewisser Radgrößen sicherlich zumindest näherungsweise stimmt), und indirekt proportional zur Kurbellänge ist. Bei diesem letzten Punkt bin ich mir eben nicht so sicher. Insbesondere habe ich Zweifel, ob die lineare Abhängigkeit wirklich stimmt.

Also mal davon abgesehen, dass der lineare Zusammenhang sicher nur eine Näherung des Sachverhalts ist, finde ich, dass Wolfgang den Zusammenhang richtig erfasst hat und Charly es bei seinem Korrekturversuch genau verdreht hat.

Größerer Raddurchmesser bedeutet doch auch größerer Umfang und damit größere zurückgelegte Strecke pro Kurbelumdrehung (bei Annahme einer festen Trittfrequenz für eine feste Kurbelgröße). Das bedeutet dann aber automatisch höhere Geschwindigkeit oder kürzere Zeit für die gleiche Strecke. Analog bei der Kurbellänge.

Also Argumentation: Vorteil = Kürzere Zeit, also alles richtig (bei Wolfgang).

Leider Nein
Die Formel soll ja den Vorteil eines grösseren Rad Durchmessers, kleinere Kurbellänge durch einen Zeitaufschlag ausgleichen.

@Wolfgang
Ich glaub mehr kannst du nicht berücksichtigen, mit deiner Formel kommst du auf Vergleichswerte zum Standard so wie yardstick beim Segeln
Und mit einem kleinen Rad und extrem kurzen Kurbeln bist du wiederum beim Standard. Genau so wie ein grösserer Durchmesser mit langen Kurbeln.

Übers Drehmoment Kraft*Weg kommst auch wiederum auf die lineare Abhängigkeit.

Lg
Charly

Hm… grübel…
Nun, die Kurbel kann nicht länger als der Radius werden :slight_smile: .
Und auch nicht 0 sein.
Bei konstanter Trittfrequenz ist nur der Raddurchmesser relevant.
Das Verhältnis Kurbellänge/Raddurchmesser bestimmt das Drehmoment.
Also auf ebener Strecke ist der Luft/Rollwiderstand zu überwinden.

Da müsste in einem gewissen Bereich die Kurbellänge keinen Einfluss haben ?
Genaugenommen musst auch noch biomechanische Eigenschaften wie Beinlänge usw. berücksichtigen.

IMHO reicht der Raddurchmesser in deiner Formel aus.

Charly

Die Trittfrequenz ist während eines Rennens nicht konstant.

Beim 100m ist der Start das halbe Rennen. Wie gut sich ein Rad beschleunigen lässt ist auch abhängig vom Gewicht der rotierenden Teile, also speziell Felge, Pneu, Schlauch, Kurbeln und Pedale. Ich denke, ein Trial Einrad mit 20" x 2.5" Pneu und 140mm Stahlkurbeln müsste zusätzlich neben dem Grössenverhältnis auch noch einen Bonus für die grössere Masse in Kurbeln, Pneu und Felge erhalten (in Relation zu einm 26" x 1.0" Rennrad).

Ich meine, hier müsste eine genügende Zahl von Experimenten gefahren werden. Z.B. ein Dutzend guter Fahrer wird über 100m gemessen, wobei jeder Fahrer mit jedem Rad aus dem Auswahlset zu fahren hat. Ausgehend von den Messwerten könnten dann Bewertungskoeffizienten abgeleitet werden.

Bei kleinem Raddurchmesser habe ich den Eindruck, dass ein wesentlicher Teil der Kraft für das Beschleunigen und Abbremsen der Beine beim Treten verwendet wird (so ein Bein ist ziemlich schwer…). Dabei spielt die Kurbellänge natürlich eine große Rolle. Das ist ja - glaube ich - auch der Grund, warum manche das Laufrad mit Gewichten extra schwerer machen.

Ich denke mal, dass genau aus diesem Grund eine einheitliche Kurbellänge vorgeschrieben ist. Da ersparst du dier diese Diskussion
Das wird für Wolfgangs Spassrennen aber vermutlich zu kompliziert werden.

Es ist ja bei anderen Sportarten auch so, dass eine Toleranz beim Sportgerät erlaubt ist und nur bestimmte Parameter reglementiert werden.
Du könntest ja auch eine Formel Beinlänge zu Kurbellänge erstellen
So wie die Schispringer die Schilänge vom Körpergewicht abhängig machen.

Ich geh jetzt heim üben:)
Charly

Okay, jetzt habe ich meinen und Wolfgangs anfänglichen Denkfehler verstanden. Schade natürlich, dass die Zusammenhänge nicht ganz so einfach sind. :slight_smile:

Ich glaube, es verhält sich eher so:

(Raddurchmesser/618)*(Quadratwurzel(125/Kurbellänge))

Das ergibt den Faktor, um das das Rad schneller wäre. Ich glaube nicht, dass ein 18" Rad mit 80er Kurbeln genauso schnell wäre wie ein 36er mit 160er Kurbeln. Bei kürzeren Kurbeln ist der Weg, den die Füße zurücklegen müssen, kürzer, dafür ist der Radius kleiner und deshalb kann man die Füße nicht genauso schnell bewegen.
Die Formel gilt nur für den Fall, dass die Geschwindigkeit begrenzt ist, weil man nicht mehr schneller treten kann.
Ob man das auf 100m Rennen verwenden kann, müßte man ausprobieren.

empierisch

ich glaub so wird das nix.

setzt dich auf die signifikanten einradtypen und fahr ne typische renndistanz ab. dabei stoppst du die zeiten und ermittelst die umrechenfaktoren mittels derer “zeitgleichheit” entsteht.
um mehr statistische sicherheit zu erhalten kann ja entweder mal n anderer die referez “rennen” fahren oder du mehrmals.
die dabei entstehende tabelle kann dann ja auch von vielen anderen ergänzt und modifiziert / verifiziert werden.

möglich wäre auch eine umrechnung in strecke, somit könnte man mit versetzten positionen starten und hätte einen einheitlichen zieleinlauf.:slight_smile:

dabei sollten dann alle faktoren berüchsichtigt sein - solange deine kondition keinen schwankungen unterliegt:D

wie gesagt beim segeln gibts so was ähnliches, yardstick genannt, wobei das hier beschriebene bestimmt “gerechter” ist.

jogi

Hast du nicht gesagt, das ist JUST FOR FUN ?!
Warum fahrt ihr dann nicht einfach, statt zu rechnen?
Und wenn ihr es unbedingt gerechter machen wollt, dann fahrt das erste Rennen schreibt euch die Platzierungen auf und schmeißt dann alle Räder auf einen Haufen. der letzte aus der ersten Runde darf sich nin ein Rad aussuchen, dann der zweite von hinten und so weiter. Da hat dann keiner mehr nen Vorteil von seinem Rad!