Workshops und Kindertraining

Dieser Thread ist in erster Linie dafür gedacht, Ideen was man mit Total-Anfängern aller Altersgruppen so machen kann, Motivationsprobleme zu lösen und geile Showideen für Gruppenauftritte auszutauschen.

Meine 1. Frage zu dem Thema:
Was kann man mit Kindern machen, die immer beim Training sind, meinen, dass sie was lernen wollen, aber es nicht schaffen sich länger als ne halbe Minute selbst zu motivieren?!
Bei uns im Verein ist zum Beispiel eine, die am liebsten nach jeden verkackten Versuch eines neuen Tricks von mir wiisen möchte, awssie falsch gemacht hat! :astonished: Und wenn sie mal nen guten Versuch hatte, den ich nicht gesehen hab ist sie sofort völlig demotiviert.
Aber sie ist ja bei weitem nicht die einzige in meiner Gruppe.

Andere Frage:
Was kann man in einem Zirkusworkshop mit kinder machen, die größtenteils jünger als 6 z.T. aber auch bis zu 14 Jahren alt sind?Was kann man in einem Zirkusworkshop mit kinder machen, die größtenteils jünger als 6 z.T. aber auch bis zu 14 Jahren alt sind? :thinking:

Das ist eine sehr spannende Frage, die mich auch interessieren würde. Leider habe ich keine Antwort darauf, bin aber bei uns im Verein auch mit diesem Problem konfrontiert.

Ich denke eine Möglichkeit ist es die Kinder immer viel zu Loben. Man selbst überlegt dann ob das Lob noch was Wert ist aber ich hab schon oft die Erfahrung gemacht das es hilft.
Ne andere Möglichkeit ist es aus dem Trick einen kleinen internen Wettkampf zu machen (mit anderen Teilnehmern) oder wenn sie alleine an einer Sache üben mit anderen tollen Dingen zu Ködern. (ich zeig dir den oder den Trick)

bin mir nicht so sicher ob das bei der altersgruppe geht :thinking: , aber anscheinend wollen sie doch mehr aufmerksamkeit :roll_eyes: …vielleicht kannst du 2er gruppen bilden die sich gegenseitig beobachten, motivieren, verbessern…und du schaust ab und an bei denen vorbei und verteilst neue aufgaben…:slight_smile:

Hi Dori,
es wird wohl immer schwierig bleiben mit Kindern verschiedenen Altersgruppen einen gleichmäßigen Motivationsstand zu erreichen, aber wenn in deiner Gruppe ein paar stark motivierte Kinder dabei sind, hast du ja schon eine Basis. Wir versuchen bei uns die älteren Kinder immer als kleine Vorbilder für die Anfänger und die Demotivierten agieren zu lassen. Das muss man aber auch immer wieder neu ansprechen. Zum Anfang unseres Trainings machen wir immer einen Einführungskreis, bei dem der Trainingsablauf besprochen wird. Alle werden da mit einbezogen, so dass keiner das Gefühl bekommt unwichtig zu sein. Wenn dann beim Training etwas nicht so funktioniert wie besprochen, reicht es manchmal auf diese Runde hinzuweisen. Oft gestalten wir das Training frei, wo jeder selber entscheidet was er lernt. Wer Hilfe braucht, kommt entweder zum Trainer oder geht zu jemanden der es kann. Bei uns ist auch ein Mädel sehr oft stark demotiviert und mischt dann meist die ganze Gruppe auf, wenn sie nicht zur Seite genommen wird. Entweder macht sie nach dem Gespräch wieder mit oder im Stressfall:( wird sie nach Hause geschickt und die Eltern werden benachrichtigt. Sehr oft ist es schwierig wenn 30-40 Kinder in der Halle sind einen Überblick zu behalten und auch noch spannendes Training anzubieten. Nun bist du auch noch sehr jung und wirst deinen Weg sicherlich finden. Manchmal muss man eben auch ein Kind mit Trainingsausschluss :angry: bestrafen damit sich die Situation beruhigt.
Schöne Trainingsrunden sind auch, wenn viele Kinder in der Gruppe einzelne Tricks lernen und je nach Können einer vor und der nächste nachmacht. Dabei kann man gleich kleine technische Fehler korrigieren.
Vieleicht hilft es dir ein bisschen. Gruß Pötschi.

balancesachen gehen immer

Die meisten Tipps von euch, hab ich auch schon bisher umgesetzt. Den Vorschlag mit der Anfangsrunde Find ich super und werd ich nach den Ferien mal ausprobieren. Ist denk ich auch ne klasse Sache damit die Kinder erstmal wissen wer die andern so sind (bei uns kennen häufig die Fortgeschrittenen die Anfänger oder die Anfängersich untereinander nicht mal), damit die Kids wissen was die andern so üben und was es überhaupt so für Tricks gibt.

Mit den Workshops die mir jetzt in den Ferien bevorstehen bin ich aber immernoch ziehmlich ratlos! Ich biete da nicht von mir aus was an, sondern bin Teil einer riesen Aktion, die im Ganzen FEZ und über die kompletten Ferien läuft.
Mein Teil sieht dabei so aus: Ich fang morgens um 11 an und warte, dass die ersten Kinder kommen. Da ich erst ab nächsten Samstag im Zirkuszelt bin, kann ich Glück haben, dass morgens jemand kommt, der an den Tagen davor schon mal da war und n bisschen was kann.Dann wird s Zelt schnell voll: Sonstkann das auchne 1/2 - eine Stunde dauern (wenn ihr ne Idee hab wie man schüterne 5-jährige Mädchen, die sich hinter Papi verstecken ins Zelt und 1m von Papi wegkriegt wäre mir schon geholfen).
Weiter geht der Tag dann in dem die ganze Zeit Kinder kommen und gehen, kleine und große, Kinder die eigentlich keine Lust haben und von Mami da hin geshleift wurden, Kinder die hoch motiviert sind, ceren Schwester aber weiter will, Kindergarten- und Hortgruppen, Kinder die nur kurz ihrer Freundin zeigen wollen, dass sie einen Teller auf dem Stab drehen können (in dem sie ihn anschubsen) und Kinder, die hochmotiviert sind und von morgens bis Abends da bleiben…
Und irentwann im Laufe des Tages soll dann eine Vorstellung entstehen, bei der dann alle, die wollen mitmachen können (egal, ob sie bis dahin schon was gelernt haben!) Vorher hat man so ungefähr ne 1/2 Stunde zur Vorbereitung.
Wenn ihr also dazu noch irgentwelche Tipps hab, würd ich sehr freuen!:smiley:

Hallo Dori,
ich habe alles in diesem Thread einmal kurz quer gelesen, habe gerade nicht so viel Zeit
.
Hier meine Motivationstipps:

  • parallel an der Hand fahren (je mehr je besser), nach den ersten eigenen Metern frei zu fahren, extrem motivationssteigernd, auch große Kreise fahren
  • zwei große fahren an der Hand, die kleinen durch fahren lassen, mit ducken wenn schon möglich, dazu ups und/oder oh beim Durchfahren rufen (gewisser Showeffekt)
  • auch mal ausruhen lassen. Am Anfang ist es körperlich sehr anstrengend verbunden mit Schweißausbrüchen wegen der Todesangst (eigenen Erfahrung)
  • zwischendurch Jonglieren mit Tüchern, Tellerdrehen, Hulla-Hoop, auf die Matten springen, Seil-Stangeklettern usw. eben was der Geräteraum im FEZ so hergibt

das auf die Kürze, mehr bei Gelegenheit

ansonsten wird das wohl eine quadratur der Kreise, ich hoffe Du bist gut motiviert:) , jedenfalls Hut ab für Deine Ferienaktivitäten.

Hallo,
jedes Kind hat eine andere Art zu lernen. Manche möchten vielleicht nur Einrad fahren und das andere Brimbamborium drum herum lassen sie nur über sich ergehen. Dazu Zählen :
“Jonglieren”, “Wettkampfspiele” , “Gruppenspiele” . Das ist Freizeit, da will bestimmt nicht jeder Leistungsdruck wie im Sportunterricht in der Schule. Den Kindern Zeit lassen und sie Anleiten auch mal für sich alleine zu Üben ist doch nicht so verkehrt, finde ich.
Ich denke so Motivationslöcher ab und zu sind normal. Wettkämpfe können Versagensangst schüren und sind deswegen dosiert einzusetzen.

Aber das ist nur meine Meinung. Vierteilt micht dafür, ich hab ja keine pädagogische Ausbildung :wink:

Gruß
Andrea

Auch wenn wir jetzt etwas vom Thema abschweifen, aber ich habe noch nie so wenig Leistungsdruck wie beim Schulsport erlebt. Mein Schulsport war fast immer eine sehr entspannte Angelegenheit, die wenig mit sportlicher Betätigung zu tun hatte. Im wesentlichen bestand der “Unterricht” daraus, daß der Lehrer einen Ball auf den Sportplatz geschmissen hat und sich anschließend nicht mehr darum gekümmert hat, was passiert.

Hallo Wolfgang,

Auch sowas kenne ich von meiner Schulzeit. Ich mochte nie Ballspiele. Ausserdem scheinen solche Lehrer ihren Beruf nicht so ernst zu nehmen.
Das war dann noch schlimmer als Leistungsdruck. Aber es gab auch Lehrer/innen da war es anders ( das Gegenteil).

Aber unabhängig davon denke ich , dass man Einradfahren in der Freizeit um der Freude an der Sache macht und nicht um sich irgendwelchen Leistungsansprüchen anderer zu beugen. Wenns so wäre müsste ich meine Einräder verschrotten, denn mit dem Leistungsdurchschnitt der Fahrer/innen hier halte ich keinesfalls mit. Aber ich fahr trotzdem weiter und versuche noch neues zu lernen.

Das ist halt wie in allen anderen Sportarten auch: es gibt die Leistungssportler und die Freizeitsportler. Beide haben ihre Daseinsberechtigung und diese beiden Gruppen stören sich ja eigentlich auch nicht.
Was natürlich nicht passieren sollte ist, daß man sich den Leistungsansprüchen anderer beugt. Das betrifft insbesondere Kinder, die von ihren ehrgeizigen Eltern zu Höchstleistungen getrieben werden. Aber ich denke, daß sich solche Eltern nicht gerade Einradfahren für ihre Kinder aussuchen, sondern Sportarten, die mehr Ruhm und Ehre (außerhalb der jeweiligen Szene) versprechen.

Auch wenns vielleicht jetzt etwas OT ist.

Ja !
Das kenn ich vom Eiskunstlauf. Da hab ich mit 36 Jahren auch mal mit den kleinen zusammen trainiert. Da standen Eltern an der Bande und hatten Staralüren. Das war voll daneben. Die Kids bekamen diese unnatürlichen Verhaltensweisen quasi anerzogen und zeigten auch diese arroganten Verhaltensweisen. Nicht sehr empfehlenswert zum weiteren Leben für die Kids.

Aber wie Du schon sagst, bei Einrad ist das nicht unbedingt so. Obwohl ich in einem Verein in dem auch Leistung gefahren wird (Reigen) sowas gesehen hab, da geh ich nicht mehr hin. Sowas muß ich mir nicht antun.

Der Verein den Du genannt hast ist aber ok, da ist alles Ausgewogen.

In Sachen Schulsport:
Da hab ich auch so meine Erfahrungen: Bei Kontrollen wird’s immer am unsportlichsten. Da stehen dann z.B. 30 Schüler daneben wärend einer hintereinander 3 Kugel in den Sand wirft…
Als Lehrer dürfte man meiner Meinung nach im Schulsport nur auf Einsatz, Mitarbeit und darauf wie sehr man Schlechteren hilft Wert legen!

Zum Thema Leistungsdruck:
Ich bin auch überhaupt nicht für Leistungsdruck in den Ferien, aber mir ist in den letzten Jahren häufiger begegnet, dass manche Kinder sich kein bisschen ansträngen wollen um etwas neues zu lernen. Da stand zum Beispiel letztens n ca. 10-jähriger Junge im Zelt mit DevilSticks (grade drauf und dran die Dinger unter die Tribüne zu werfen). Da bin ich hin und hab ihn gefragt: “Soll ich dir mal nen paar Tricks damit zeigen?” - “Nein!” meint er, sieht mich dabei nicht ganz ne 1/2 Sekunde an und schmeizt im selben Augenblick einen der Stäbe durch die Gegend.

Hi
Kinder haben vermutlich eine ganz andere Art von Ehrgeiz.
Meine kleine Tochter 8 Jahre, war das Einradfahren egal.
Dann hat die Nachbarstochter begonnen uns plötzlich wollte sie auch.
Ich habe dann ein billiges Enrad gekauft und sie hat nach ein paar Tagen 50 Meter frei fahren können. Damit war das Thema auch schon wieder erledigt.
Die Mühe frei aufsteigen oder sonst was zu lernen wollte sie sich nicht mehr antun. Nach 2 Wochen hat sie dann das Einrad überhaupt nicht mehr interessiert.

Als Erwachsener ist man da schon ausdauernder. Es ist schwieriger zu lernen und dann bleibt man auch eher dran bzw. hat als Erwachsener auch den Willen durststrecken zu überwinden.
Das fehlt den Kindern einfach noch.
Was nicht leicht geht, geht gar nicht.

Charly

Hallo Dori und alle anderen,

Was für Erwachsene und Kinder aber gleich gilt :

Das Gefühl der Lebensfreude und der Zusammengehörigkeit derer die den Sport ausführen vermitteln. Das kann ansteckend sein, gerade bei Kindern.
Manche Trainer beherrschen das. Sowas wird z.B. durch Begrüßungszeremonien gestärkt. Aber halt nur so am Rande des eigentlichen Trainings.

Beispiele für Kids:

-Im Kreis stehen und einen Gruß rufen.
-Jeder führt mal was vor, aber nur wenn er/sie mag.
-Die Kids müssen sich mal selbst was ausdenken, was sie dem Trainer zeigen.

Machst Du sowas in der Art ?

Das erste nur vor Auftritten so n Schlachtruf so zu sagen. Aber vor jedem Training im Kreis zu stehen und nen Gruß zu rufen, stell ich mir ziehmlich affig vor! (und wenn von mir da keine absolute Überzeugung rüber kommt, geht’s denk ich ziehmlich in die Hose)
Das zweite machen wir, aber nur recht selten, weil ich unsere Trainingszeit ohnehin verdammt kurz finde und das doch reichlich Zeit in Anspruch nimmt!
Das Dritte find ich gut, aber klappt leider nicht bei allen Kindern.

Aber trotzdem an dieser Stelle mal nen ganz dickes Dankeschön für alle bisherigen Antworten!