Welches Setup wofür?

Es hat sich eingebürgert, daß man Freestyle mit 20"-Rädern und kurzen Kurbeln fährt, Trial mit breiten 20"-Reifen und langen Kurbeln, auf Tour geht man mit einem möglichst großen Rad und relativ kurzen Kurbeln, Hockey spielt man auf 24"-Rädern und so weiter. Warum ist das eigentlich so? Weil man es schon immer so gemacht hat? Weil es damit deutlich besser klappt als mit jedem anderen Setup?
Manche Rahmenbedingungen sind nachvollziehbar: je größer das Rad, umso schneller komme ich damit vorwärts und deswegen nehme ich für eine Tour im Flachland ein möglichst großes Rad. Falls es jetzt einen Hersteller gäbe, der 60"-Räder baut, würde das dann immer noch gelten?
Bei anderen Gepflogenheiten ist das weit weniger klar. Wovon hängt z.B. die optimale Radgröße beim Hockey ab? Vom Können des Fahrers, von seiner Körpergröße, von den verwendeten Einrädern der Mitspieler und/oder Gegner, …? Oder von nichts von alle dem und 24" ist das einzig wahre?
Daß man auch mit unkonventionellen Radgrößen sehr schöne Sachen machen kann, sieht man z.B. hier.
Ich würde hier gerne mal eine Diskussion lostreten über das optimale Setup für die verschiedenen Disziplinen und insbesondere die Begründungen und Abhängigkeiten für diese Setups.

Hockey wird primär mit 20 Zoll Rädern gespielt. Das liegt daran das es beim Hockey auf sehr sehr kurze Sprints und schnelle enge Kurven ankommt. Die Maximal Geschwindigkeit ist zwar geringer aber dafür ist man wendiger. Torwarte haben häufiger 24ger weil Sie mit dem größeren Rad das Tor besser verstellen.

Beim Trial sind 19" am weitesten verbreitet da man beim Hochsprung sehr viel Höhe gewinnt in dem man das Rad zum Körper zieht, da ist es von Vorteil ein kleineres zu haben. Zusätzlich sind Sie leichter und einfacher zu kontrolieren.

Bei den anderen Disziplinen kann jemand anders weitermachen aber meistens ist es ja selbsterklärend.

Ich würde mal ganz pauschal behaupten: Weil das Setup für diesen Zweck das dienlichste ist :slight_smile:

@Hockey: Siehe Lutz :slight_smile:

Warum dann nicht 16"-Räder?

Was spricht dagegen, daß ein Torwart das Tor mit einem 36er mit Scheibe in den Speichen komplett dicht macht?

Mit dieser Begründung würde ich für Trial eher 12"-Räder erwarten.

Natürlich sind die Argumente meist bekannt. In den meisten Fällen werden diese Argumente aber nicht konsequent umgesetzt - siehe das Beispiel mit Trial. Falls das jeweils übliche Setup also wirklich das optimale ist, gibt es dafür wohl Gründe, die nicht so offensichtlich sind. Diese würde ich gerne ergründen.

  • Es werden keine guten 16" Räder angeboten
  • Der kleine Reifen gibt weniger Bounce
  • Es sieht lustig aus
  • Die Regeln

Allgemein würde ich das mal so formulieren:
“Das Setup ist unter Einhaltung der Rahmenbedingungen (Regeln) so angepasst, um der Zielbewegung eine optimale Grundlage zur Verfügung zu stellen”.

Diese müsse dann für jede Disziplin gesondert formuliert werden, wobei es hier auch intradisziplinäre Unterschiede geben kann:

Ja, nur das selbsterklärende wird auch nicht einfach zu bennen sein :slight_smile:

@Cedric: Der hat mal was neues probiert und danach seinem Treiben die Bezeichnung “Big Street” verliehen. Evolution.

Ich würde sagen weil ein 16" Rad wiederum so klein wäre das man es nicht so gut kontrolieren könnte. Und genauso ist es mit den Kurbel bei Trial Rädern:Mit kürzeren Kurbeln hat man auch weniger Kontrolle und zu lange Kurbeln sind zu vielleicht Unstabil (wegen größerer Hebelwirkung)

Den Hersteller gibt es:
http://www.wuk.at/hochrad/teile/index.php?grosseseinrad.php

Und es gibt auch welche die Fahren:
http://www.wuk.at/hochrad/einrad/hartmut.php
http://www.wuk.at/hochrad/einrad/michael.php

Nur für 60" benötigt man halt schon eine Beinlänge von 30*2,54+15 = 91,5cm und kann somit nicht mehr von jedem gefahren werden.

Falls der Markt das nachfragen würde, wäre es nur eine Frage der Zeit, bis gute 16"-Räder angeboten werden.

Das spricht ja dann eher wieder für einen größeren Reifen. Die üblichen 19" könnten also ein Kompromiß sein aus der Forderung nach einem kleinen Rad für bessere Kontrolle und großem Rad für mehr Bounce. Frage: ist 19" da wirklich der optimale Kompromiß, oder zumindest einer der optimalen?

Wenn ein großgewachsener Erwachsener auf einem 20" Rad sitzt sieht das auch erst mal komisch aus, weil der Laie die 28" vom Fahrrad als Referenzgröße im Kopf hat. Aber man gewöhnt sich daran. Ebenso würde man sich an noch kleinere Radgrößen gewöhnen.

Cool. Das kannte ich bisher nicht. Hat jemand so eins? Würde ich gerne mal probefahren.
Rein rechnerisch müßte ich auf ein 65"-Rad passen. Da habe ich ja was für den Weihnachtswunschzettel.
<träum>und dann noch eine Schlumpfnabe rein, macht dann formal ein 100"-Rad</träum>
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Aber zurück zum eigentlichen Thema: warum fahren die Leute dann mit 36"-Rädern rum und nicht mit 65" oder eben dem, was mit ihrer Beinlänge maximal möglich ist? Ist das nur eine Frage des Marketings, weil Coker, Nimbus und KH bekannter sind als WUK? Oder gibt es dafür inhaltliche Gründe?

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Klar, daß du die Frage etwas provokativ stellst, um die Leute zu locken :slight_smile:

Was du auch noch bedenken solltest: Nicht viele Fahrer haben so lange Erfahrung, wie du, und kommen mit großen Rädern auch zurecht.

Insofern ist ein Faktor, warum für die Strecke eher 29" Räder verwendet werden, auch das Können des Fahrers.

Und noch ein Grund: Größere Räder passen kaum ins Auto, das kann bei 36" schon ein Problem sein.

Und da fährst du dann mit 250er Kurbeln, oder wie? :astonished:

Für Sprints macht das schon mehr Sinn 20" x PI = 62.82, als das: 16 x 50.25:slight_smile:
Mal ganz abgesehen davon dass es natürlich total behämmert aussieht wenn erwachsene Menschen auf 16"-Einrädern Hockey spielen.

Fx

Ganz schön eitel!

So hätte ich die Einradler gar nicht eingeschätzt. Bin erstaunt wie oft hier das Argument kommt, wie das denn aussieht.

Ich könnte mir vorstellen, dass bei kleiner Radgrössen schnell mal die Pedale zum Hindernis werden und in engen Kurven am Boden aufsetzen.

Bei einem 16" Rad mit 90er Kurbeln?

Die Kurbeln skalieren mit der Radgröße. Das sollte also kein Problem sein. Das einzige, was nicht mitskaliert sind die Pedale, die dann bei sehr kleinen Rädern halt überproportioniert sind und durchaus zu Aufsetzern führen können.
Aber auch bei einem 20"-Rad mit langen Kurbeln (z.B. typische Trial-Räder) kommt es leicht zu Aufsetzern. Ich hatte sogar schon im Wettkampf beim Obstacle Aufsetzer mit dem 20"-Rad und 114mm-Kurbeln (war damals das kürzeste zugelassene, inzwischen wurde das ja auf 100m verkürzt).

Danke, Yeti, das meinte ich. Klar kann ich immer noch mit noch kürzeren Kurbeln arbeiten, aber beim 36" werde ich keine Aufsetzer bekommen und je kleiner das Rad ist, desto kritischer wird das Problem. Das was schlussendlich nicht skaliert ist - selbst wenn man Minipedale anbrächte -die Fussgrösse.

Für langstrecken sind höhere Übersetzungen schon besser. Ich schätze, eine Übersetzung die etwa einem 60" Rad entspricht, wäre optimal. Auch beim Fahrrad fährt man ähnliche übersetzungen. Getriebe sind natürlich sehr aufwändig. Die Räder von Hochrädern haben keine Luftreifen. Deshalb haben sich wohl die 36er durchgesetzt, weil sie die größten erhältlichen Luftreifen sind.
Das optimalste Langstreckeneinrad, das ich mir vorstellen könnte, hätte ein leichtes 26" oder 28" Rad und eine Übersetzung von etwas mehr als 1:2 und lange Kurbeln ~170mm.

Beim Muni fahren glaube ich, sind 24" ein guter Kompromis. Ich bin bisher nur auf 20" und auf 29" gefahren. ein kleineres Rad ist gut bei technisch sehr anspruchsvollen Strecken und mit einem größeren Rad ist man schneller und es rollt leichter über Unebenheiten.

Das entspricht ziemlich genau einem 36"-Rad mit Schlumpf-Nabe im großen Gang. Da kommt man rein rechnerisch auf 55,6" (36*17/11).

Das stimmt nicht ganz. Bei aktuellen Kettenschaltungen hat das größte Kettenblatt etwa 50 Zähne und das kleinste Ritzel meist 12. Das gibt also eine Übersetzung von 4,17, was bei einem 28"-Rad einem unübersetzten 117"-Rad entspricht.

Ich bin wirklich kein verfechter von kurzen Kurbeln, habe aber auch erkennen müssen, daß man sich mit langen Kurbeln tot tritt. Klar, Fahrräder haben auch meist Kurbeln >= 170mm, da ist aber die Belastung anders, weil man die Kraft nicht zum Gleichgewichthalten dosieren muß.

Deshalb denke ich, daß ein sehr großes Rad, auch wenn es über ein real kleines Rad plus Getriebe realisiert ist, entweder mit kurzen Kurbeln sehr schwierig zu fahren sein wird oder mit langen Kurbeln sehr unbequem wird.

Yeti hat auf seinem 36" Schlumpf glaube ich 125er Kurbeln. Dafür muß man schon sehr gut fahren können!

Ja, so ist es (eigentlich habe ich die 125/150 Dual Kurbeln drauf, kann mich aber nicht erinnern, wann ich die 150er das letzte mal benutzt habe). Wenn man dieselbe Total Gear Ration (ihr erinnert euch?) mit 170mm Kurbeln erreichen wollte, bräuchte man ein 42"-Rad, was dann aber bei gleicher Geschwindigkeit zu einer 12% geringeren Trittfrequenz führen würde.