Was ist aus dem Einradsport geworden?

Also wenn ich mir ein Carbon Fully MTB für ein paar tausen euro kauf dann will ich damit nen Berg auch schnell hochfahren und dann einen Trial noch schneller runter und das kann au net jeder :roll_eyes:

Ja. Aber jeder kann auf diesem Fahrrad auf der Straße auf und ab fahren und den Dreckhügel am Wegesrand runterrollen. Alles weitere ist das eine quantitative und keine qualitative Frage. Sprich, wie lang, steil und anspruchsvoll ist der Hügel, den man noch meistert.
Beim Einrad hat man halt erst mal ein Stück Blech in der Hand, mit dem man zunächst gar nichts anfangen kann und keinen Meter weit kommt.

Das Ist aber beim Fahrrad genauso, wenn du noch nie vorher gefahren bist.
Einradfahren ist nun mal auch leichter zu erlernen als Fahrradfahren.:slight_smile: :thinking:

Ich gehe davon aus, daß zumindest in Deutschland praktisch jeder ab einem gewissen Alter Fahrradfahren kann.

Das ist eine interessante Aussage, an der sogar was dran sein könnte. Die meisten Kinder werden allerdings zunächst mit dem Fahrrad konfrontiert und lernen dieses zu fahren. Ich kenne niemanden, der Einradfahren gelernt hat, ohne vorher Fahrradfahren zu können. Wäre allerdings mal interessant das auszuprobieren. Mein 2jähriger Sohn käme dafür als Versuchsperson in Frage. Ich glaube aber nicht, daß ich mich damit in der Familie durchsetzen kann …

In Deutschland gibt es genügend Menschen, die noch nicht Fahrrad fahren können und es auch nie gelernt haben.
Beim Einradfahren hast du nur normale Balance zu halten und zu treten. Beim Fahrrad sind zwei Räder (eins fest,eins beweglich) Die Balance ist entgegen der Natur nur seitlich zu halten und nach vorn und hinten starr.
Dann musst du noch den Lenker betätigen und bremsen können usw.

Ist reine Theorie:D

ne bremse hätte ich auch (wenn sie denn wieder ganz ist) :stuck_out_tongue:
aber das mit dem lenker ist schon ne gewaltige materialverschwendung, wer braucht schon so was :thinking:

ich glaube das der einradsport zwar gerade wieder ein hoch erlebt, vorallem durch die neue atraktivität auch für jugendliche und erwachsene durch trial, street, muni usw. aber meiner meinung nach ist die anfangshürde (“das ist doch bestimmt sehr schwer”) für die meisten menschen erstmal abschreckend.

ich werde oft von leuten (im alter 30-50), die mich nicht zum ersten mal fahren sehen, angesprochen wie lange man den braucht um fahren zu lernen.
wenn ich ihnen dann erkläre das sie das auch lernen können, glaubt mir nie einer “ich hab kein gutes gleichgewichtsgefühl” usw.

einradfahren müsste an den schulen unterichtet werden, wenn der einradsport nicht nur ein randphänomen bleiben soll

Mein fast 6 jähriger Sohn kann nicht Fahrradfahren.
Ihr könnt beim RTB ja probieren, ob er Einradfahren lernt. Bei mir zeigt er bisher nicht viel Interesse :o
Normalerweise lernen Kinder das Fahrradfahren in 1-2 Tagen

Charly

Das geht mir auch so.
Wenn ich dann noch sage, dass ich auch erst mit 48 angefangen habe, sind die meistens Jüngeren sehr schnell gaaaanz still.:smiley:

Charly

Ein Kind schaft es in ca. 3-6 Stunden auf dem Einrad zu fahren, wenn eine richtige Einweisung und Begleitung erfolgt. Meist lernen sie es aber irgendwo auf der Spielstrasse von anderen Kindern, und dann dauert es länger.
Bei uns Alten ist das etwas anders, da unser Gleichgewichtssinn ( der schon völlig verkorkst ist) neu lernen muss.
Bei mir hat es auch 3Tage gebraucht , aber das ist schon 5 Jahre her.
Die meisten “Alten”, die ich trainiere haben bis zu 2Wochen zum freien Fahren gebraucht.

Unabhängig von der interessanten Diskussion gibt es im Anfängerinnen thread eine nebendiskussion die eher in diesen passen würde, ihr findet ihn hier

Zu eurem Thema wollte ich noch ergänzen das laufen aus meiner Sicht noch viel schwieriger ist als Einrad und Fahrad fahren. Leute sie es neu erlernen müssen können ein Lied davon singen. Aus technischer Sicht ist ein Einrad oder Zweirad Roboter auch viel einfacher zu bauen als ein laufender Roboter.
Die Aussage mit dem Balance Gefühl ist demnach auch völliger Unfug den wer es schafft auf seinen zwei Füßen zu gehen und zu rennen sollte bequem ausreichendes Balance Gefühl haben um Einrad zu fahren.
Das bedeutet nicht das er auch eine Minute oder länger mit dem Einrad auf einem Tischtennis Netz herumstehen kann aber fahren wird wohl jeder können der auch laufen kann.
Auch die Lernhemmung bei älteren kommt aus meiner Sicht nur durch Verletzungs / Sturz Ängste. Generell lernen sie gleich schnell wie Kinder das fahren.

Das habe ich mir auch schon gedacht.

Naja teilweise.
Ich denke, dass man als älterer Mensch schon langsamer lernt.
Besonders bei so komplexen Bewegungen, wo sich das Meiste im Unterbewusstsein oder schon im Rückenmark abspielt. Da müssen sich viele neue Nervenverbindungen bilden. Und das geht IMHO immer langsamer, je älter man wird. Ich ermüde schneller auch von der Konzentration her und damit sinkt der Trainingsumfang.

Charly

Bei gewissen Dingen habe ich lange bebraucht sie zu lernen. Aber gerade das hat mich motiviert, das können zu wollen. Es ging mir nicht drum irgendwem was zu beweisen ,sonder ich fand das so interessant das endlich zu schaffen, ein paar Meter frei zu fahren. Das Gefühl bei den ersten frei gefahrenen Metern war wie schweben.

Fahrrad lernte ich als Kind auch sehr langsam. Das Hauptproblem war:
alles geht andersrum als man denkt ! (actio reactio)
Wenn ich den Lenker nach links bewege um eine Linkskurve zu fahren, hauts mich rechts raus, da der Schwerpunkt noch über dem Rad ist. Also erst ein kleiner Schlenker in die Gegenrichtung (rechts) um sich überhaupt in die linke Kurve lehnen zu können !!!

Das ist beim Einrad auch so. Nur da kommt noch das mit vorne und hinten dazu. Um zu bremsen muß ich erst schneller treten um eine Rücklage zu bekommen und dann bremsen zu können. Beim schneller Fahren muß ich zunächst kurz abbremsen um Vorlage zu bekommen. Beim Profi-Fahrer ist das alles selbstverständlich. Neulinge brauchen da viel Zeit.

Diese Bewegungsabläufe müssen erstmal verstanden-erlernt und ausprobiert werden. Ungeignet dafür halte ich Fahhräder mit Stützrädern. Einrad hat den Vorteil, dass es für Kinder bei einem Sturz ungefährlicher ist als mit einem Fahrrad.

Ich weiß nicht ob sich Einrad zu einem kommerziel ausgeschlachteten Trend-Fun-Sport entwickelt, hoffentlich nicht. Das würde nur einen Teil der Menschen ansprechen. Ausserdem sind diese Sportarten dann auch schnell wieder verschwunden.
Am schönsten fände ich, wenn Einrad ein breitgefächerter Sport würde.

vG Andrea

oO
natürlich :wink:

Ich könnte mir vorstellen das Rocco mit diesem thread eine andere Diskussion anstossen wollte als die momentane auch wenn sie nicht uninteressant ist.

Nach einer mächtigen Wachstumsphase hier in Deutschland steht der Einradsport nun auch vor einer “Professionalisierungs” Frage.
Es gibt Gruppen die gerne einen “ernsthaften” Sport daraus machen würden, viele andere sind sich sicher das der Einradsport schon ernsthaft genug ist und keine Sportfunktionäre und ähnlich Dinge nötig sind um ihn weiter zu entwickeln.
Mir gefällt der Sport so wie er ist sehr gut und ich wäre glaube ich keum Einradfahrer geworden wenn es ein Sport wie Fußball oder Schwimmen oder so wäre wo der gesammt Spitzenbereich von Geld und Funktionären kontrolliert wird und der Sportler zur Nebensache wird.
Das man als underdog zur WM fahren kann und Weltmeister werden kann finde ich faszinierend und absolut erhaltenswert. Hier zählt nur das man mit Freude bei der Sache ist und sonst nichts.

Dem stimme ich voll zu. Hoffentlich bleibt das so.

Das ist der zweite Aspekt, der mich fasziniert. Ich bin als “nobody” zufällig an eine Gruppe geraten, die sich schon auf einem ziemlich hohen Niveau bewegt. Da gibt es keine Berührungsängste und ich könnte heute garantiert nicht so “gut” (na ja :o ) fahren, wenn dieser Zusammenhalt nicht wäre. Theoretisch könnte ich eben ohne Profi zu werden ganz zwanglos zur nächsten Unicon in 2 Jahren fahren und sehen, was geht. Einfach so.
Den jungen Leuten (damit meine ich die unter 12) ist meist gar nicht klar, daß mehr als Zirkusfahren überhaupt geht (weil es den Eltern auch nicht klar ist). Ich habe schon versucht, bei uns in der Straße ein wenig Werbung für die AH zu machen, sogar per Aushang. Aber es gibt bis jetzt kein Interesse. Insofern denke ich, daß es auch in Zukunft zwei Welten geben wird: Die lokalen Kleingruppen und Freundeskreise, und die Leute, welche sich damit nicht begnügen und sich mit anderen Einradfahrern über den lokalen Bereich hinaus austauschen, persönlich oder über Foren. Ich kann mir weiterhin nicht vorstellen, daß es einen signifikanten Sprung bei der Anzahl der aktiven Fahrer geben wird.

Ich hatte mit dem Thread kein gerichtetes Ziel, aber fand es mal interessant zu sehen wie denn die antworten so ausfallen bei soner allgemeinen Frage.

Vor einigen Jahren konnte man in Deutschland noch beobachten, dass es einige Fahrer gab, die in vielen Bereichen aktiv sind und in den meisten auch erfolgreich. Mittlerweile ist das sogut wie nichtmehr machbar, zunehmend spezialisieren sich Fahrer auf einzelne Bereiche, wie z.B. nurnoch Street und Trial, oder nur Rennen. Dadurch steigt das Leistungsniveau erheblich.
leistungsgrenzen sind noch längst nicht erreicht und ich denke Rekorde werden auch weiterhin gebrochen werden.
Die Extreme-Bereiche wie Downhill und Trial werden auch zunehmend zum Wettkampfsport. Aber solange wir nicht nur Wettkämpfe sondern auch Zeit für die Einradtypischen Conventions haben wird der Sport weiterhin einzigartig bleiben.

wir werden sehen

wie viel denkt ihr beim fahren?!?

Jüngere brauchen das nicht, die machen das einfach ohne überlegen.

Ich hab auch nur für mich selbst gesprochen, kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Als Kind hab ich auch nur ausprobiert.