Reifen zum Downhillen - Laufrichtung

Hi! Ich habe vor Kurzem einen neuen Reifen (WTB Ranger 26x3) auf meinem Downhillmuni montiert, aus Versehen gegen die Laufrichtung. Trotzdem mal ausprobiert und er fährt sich sehr griffig. Bevor ich ihn umdrehe, mal grundsätzlich eine Frage an die Reifenspezialisten unter euch: Müsste ein Reifen, der fast ausschließlich zum downhillen benutzt wird, bei dem also vor allem Bremskräfte wirken, nicht besser gegen die Laufrichtung montiert werden? Oder, was bestimmt den Grip bei der Laufrichtung eines Mtb-Reifens. Eher das bergauf oder bergabfahren?
Danke für eure Ratschläge…thomas

Laufrichtung

Viele Profile sind pfeilförmig. Wenn Du von oben nach unten siehst (In laufrichtung) und das Profil ein Pfeil bildet hast einen kleineren Rollwiderstand, als wenn das Profil ein V bildet.
Beim bremsen verhält es sich dann aber umgekehrt, das V Stemmt sich dann in Laufrichtung und bietet somit mehr Bremsgrip.
Um optimale Klettereigenschaften zu erhalten, müsste man dann den Reifen aber um 180 Grad drehen. War früher noch oft so bei Reifen, dass es einen Front und Rear - Pfeil gab.

Ich würde die Reifen immer mal zuerst in der vorgegebenen Laufrichtung fahren.
Es lohnt sich aber wirklich auch mal ihn in die Gegenrichtung zu fahren.
Ein Reifen kann in Gegenrichtung zum beispiel besser lenkbar sein oder weniger kippelig, wenn das Profil in ein V verläuft kann sich das stabilisierend auswirken.
Das ist zb. beim Conti Mountainking II der Fall, den ich in die falsche Richtung fahre und einiges besser zurechtkomme.

Probieren geht hier manchmal über studieren. Fahr mal beide Richtungen und vielleicht findest du dann eine besser. Ich selber konnte beim Ranger keine grosse Unterschiede feststellen.
Beim Ranger würde ich ansonsten die aufgedruckte Laufrichtung verwenden, der Bremsgrip sollte ein bisschen besser sein, da die Aussenstollen pfeilförmig anliegen.

ein downhill reifen muss gut bremsen…also so das der “pfeil” auf dem bodenabdruck nach vorne zeigt…oder wie stefan sagt wenn du auf den reifen schaust nach hinten…
grade im übergangsbereich zum rutschen verbessert das den gripp wesentlich.

Richtigstellung

Hier noch eine Korrektur, da ich ziemlichen Käse verzapft habe in der ersten Antwort :wink:
Ich hab mich selber vom Profil beirren lassen.

Ich bin heute mit dem EInrad und montiertem Ranger 3.0 zur Arbeit gefahren und hatte genügend Zeit das Profil unter die Lupe zu nehmen.

Die Laufrichtung ist wie auf dem Bild von oben gesehen…

Die Mittleren Stollen sind vorne abgeschrägt, und leicht pfeilförmig, was den Rollwiderstand senkt. Sie haben Hinten eine gerade Flanke- dies erhöht den Bremsgrip, der Reifen bietet mehr Widerstand beim bremsen.

Die Seitenstollen verlaufen V- förmig- dies dient der Stabilisierung in Kurven- der Reifen bricht weniger schnell aus, da sich die Stollen “dagegenstemmen”.

Der Effekt wird vermutlich eher bei höheren Geschwindigkeiten spürbar sein.

V- förmige Aussenstollen sind mittlerweile sehr verbreitet bei Reifen, scheinbar nützen sie dem Kurvengrip. Der Schwalbe Nobby Nic in seiner Urform war einer der ersten Reifen, der auf dieses gegenläufige Profil setzte.

Danke für die ausführlichen Beschreibungen :slight_smile: Ich werden den Reifen mal umdrehen und berichte dann wieder