In die Kurve legen

Hallo,

ich hab noch so ein oder anderes Problemchen mit dem Kurven-fahren.

Vor hmm 3 Wochen (oder so) war ich mal beim Bikepart Samerberg, an dem die Downhill-Meisterschaft statt fand.

Die Strecke des Bikeparks hat … hmm … von Anfang an Steilkurven, in die man sich reinlegen muss.

Ziemlich schnell hab ich festgestellt, dass mir massiv Kurvenfahr-Skills abgehen. Insbesondere das in die Kurve legen bei hoher Geschwindigkeit.

Wie könnte ich diesen Skill erlernen/üben?

Weiß jemand, ob man - wie beim Fahrrad - beim Fahren auf einem Parkplatz sich in die Kurven legen kann?

Das geht vermutlich nur, wenn man richtig auf dem Sattel sitzt und gleichmäßig tritt, oder?

Hat sonst noch jemand Probleme mit Kurven?

VG, Thomas

Ja, das geht. Vorraussetzungen sind natürlich ein gewisses Tempo und, daß man die Kurve rund fährt. Anfänger fahren Kurven oft indem sie den Hintern herumreißen. Damit funktioniert das in die Kurve legen nicht.

Üben kannst du das, indem du versuchst, Kreise möglichst rund und flüssig zu fahren. Für den Anfang hilft es, dich an einem Seil festzuhalten, das an einem Pfosten in der Mitte deines Kreises befestigt ist. Alternativ kannst du auch eine Person in die Mitte stellen, die dir Händchen hält. Damit ist die Kreisbahn vorgegeben und du mußt dich nicht selbst darum kümmern, die Kurve einzuleiten.

Vorsicht: wenn sich das Seil um den Pfosten wickelt und damit immer kürzer wird, holst du dir irgendwann eine blutige Nase.

Danke für den Tipp! Das werde ich doch tatsächlich heute gleich mal ausprobieren … :slight_smile:

Achja, was wäre denn ein sinnvoller Kurvenfahrradius auf einem 29"?

Wie definierst du Sinnvoll?

Fange bei dem Radius an, den du problemlos beherrschst und arbeite dich langsam runter, so weit wie du kommst. Im Endeffekt findet sich für jeden Kurvenradius ein Anwendungszweck, je nach dem was man fährt. Wenn mal sehr enge Kurven kommen ist man doch froh sagen zu können: pah, die schaff ich locker, da bin ich schon engeres gefahren …

Ich würde mit etwa 6m Durchmesser, also 3m Radius, anfangen. Und wie Eric schon sagte, von da ausgehend in beide Richtungen variieren.

Ah, schade, dass ich meine Freundin nicht mehr habe, die hätte Übung mit Longieren gehabt :wink:

Noch ein Hinweis: denk dran, die Kurven in beide Richtungen zu üben. Wenn dein Ziel ist, Spins oder Pirouetten zu fahren, genügt vielleicht eine Kurvenrichtung. Aber wenn es darum geht, deinen Fahrstil fürs Munizieren oder auf der Straße zu verbessern, brauchst du beide Richtungen.

irgendwie habe ich dem 36" gegenüber eine höhere Hemmschwelle aufgebaut und habe mittlerweile mehr Probleme in den Kurven als bei meinen ersten Ausfahrten.
ich werde mal wieder mit den kleineren fahren um mein Kurvenfeeling wieder zu trainieren.

Bezüglich reinlegen, wenn ich das Einrad kippe (Hüftknick) kann ich elegante Kurven fahren, vorausgesetzt der Tritt ist rund die Geschwindigkeit gleichmäßig. kann ich die Schräglage unterstützten indem ich “gegenlenke” ähnlich wie bei Fahrrad und Motorrad?

Grüße

Byc

Die Idee ist eigentlich, sich komplett in die Kurve zu legen um der Zentripedalkraft entgegenzuwirken. Ohne Hüftknick. Durch diesen Hüftknick stellst du das Einrad schräg, der Kraftvektor schlägt aber immer noch neben dem Auflagepunkt im Boden ein. Das mag vielleicht aus ästhetischen Gründen schön sein (oder auch nicht), physikalisch helfen tut es beim Kurvenfahren nicht.

Wer ganz rasant unterwegs ist, kann innen einen Fuß auf den Boden stellen, so wie es David macht. Es gibt da ein Video vom letzten GMTW wo man das schön sieht :smiley:

Ist ja beim ***-fahren genauso, man legt sich mit dem ganzen Körper rein für optimales Kraft-vektoren-dingsdongs, mit der Hüfte knickt man nur beim Ausweichhaken, also wenns schnell gehen soll.
Was ich meinte: Um die Schräglage (beim ***-fahren) einzuleiten lenke ich ja mit dem Lenker leicht in die Gegenrichtung (am linken Lenkerende ziehen, also Lenker nach links einschlagen, bewirkt Schräglage nach rechts und somit Kurvenfahrt nach rechts), um beim Einrad die Schräglage (leichter) einzuleiten kann ich da auch irgendwie “nach außen lenken”?
Wie macht Ihr das, einfach alles Gewicht in die Kurveninnnenseite schmeißen?

Grüße

Byc

Interessante Frage. Ich weiß es nicht. Wenn ich nächste Woche wieder zu Hause bin muß ich das mal ausprobieren und darauf achten, was da wirklich passiert.

Wenn du ein Video machen könntest, wäre das very appreciated :slight_smile:

Könnt jetzt eben auch nicht sagen was genau ich dabei mache.

Wußte ich auch beim Motorradfahren lange nicht. In der FS hat’s uns keiner gesagt, erst beim Fahrsicherheitstraining dann ein paar Jahre später (nach 5.000 km Irlandreise und so) haben sie uns das erklärt und gleich machte das fahren viel mehr Spaß. Dann gemerkt “öha, beim Radfahren is das ja eigentlich auch so”.
Beim Einrad bin ich mit irgendwie knicken oder legen oder notfalls reißen um die Kurve gekommen und habs noch nie so wirklich analytisch betrachtet.

Grüße

Byc

Für die Zeit die ich schon Einrad fahre, ist meine Kurventechnik miserabel, aber Anlieger gehen gerade noch. Da ist es aber auch mehr Überwindung mit etwas Geschwindigkeit hineinzufahren, dann gehen die recht gut, sofern nicht zuviele Bremswellen in der Strecke sind. Alles was sonst einer Haarnadelkurve nahe kommt bewältige ich mit einem kleinen Hüpfer. :wink:

Am Wochenende hab ich ein paar Fotos gemacht, ich denke, die könnten hier dazu passen :wink:

Jau, genau das meine ich! Super Bilder :slight_smile:

Kannst du Tipps geben?

Im Gelände ist’s eher so dass ich in Kurvenrichtung schräg nach vorn kippe und dann das Einrad nach fährt. Also eher vom Gefühl her, leider schaffe ich das auch nur selten :o

Ich wette, die Lösung auf eure Frage steckt hier drin:

Außerdem hier Seite 11: http://gos.si/publikationen/Einradphysik_und_Biomechanik-Gossmann.pdf

Die Theorie der Kurveneinleitung wie beim Motorrad mit vorherigem Schlenker in
Kurvenaußenrichtung würde ich unterstützen. Vielleicht ist meine Einradkurventechnik
aber einfach auch so miserabel, dass ich’s mir schwerlich anders vorstellen kann.