Handantrieb fürs Einrad

Eigentlich wars nur ein Beispiel für ein Einrad, das die bisherigen Konventionen sprengt (siehe [THREAD=83509]hier[/THREAD], Variante f). Aber bei näherem Nachdenken komme ich immer mehr zu dem Schluß, daß es sich lohnt, sowas mal auszuprobieren: ein Einrad mit zusätzlicher Handkurbel, um neben den Beinen auch Kraft aus den Armen zu beziehen.

Ich habe Kontakt zu einem Hersteller von Handbikes und bin gerade mit denen in Diskussion, ob und wie man sowas umsetzen könnte.

Hier ein paar Fragen, Anmerkungen aus dieser Ecke:

Ich habe darauf folgendes geantwortet:

Was haltet ihr von der grundsätzlichen Idee? Ist das praxistauglich? Bringts was (für Touren, Rennen)? Vielleicht habt ihr auch eine Meinung zu den oben zitierten Fragen oder meinen Antworten. Ich würde mich über Input freuen.

Ich stelle mir das sehr interessant vor, und zwar mit einer vergleichsweise langen Übersetzung, sodass du mit den Handkurbeln eher langsam kurbeln kannst, um auf der Ebene Unterstützung zu bringen. Und natürlich mit Freilauf, da rückwärts kurbeln meiner Meinung nach nicht notwendig sein muss - die Balance hält man mit den Beinen.
Ich fänd aber auch die Idee interessant, ein Einrad NUR mit Handkurbeln zu bauen. Da kein Differential notwendig ist dürfte diese Version auch wesentlich einfacher sein.

Zwar nichts für mich, aber sicher interessant. Wenn es vom Gewicht her machbar ist, wäre eine Lösung mit Kardanwelle sicher wünschenswert, um eine frei laufende Kette zu vermeiden. Rein vom Gefühl her müssten die Handkurbeln aber höher positioniert sein, als auf deiner Montage.

Pantomimisch Kurbeln ist sicher auch noch was anderes, als wenn du wirklich Armkraft auf die Kurbeln bringst.

Das gabs schon vor 15 Jahren:

manfred1.jpg

Ich hatte da eher eine langstreckentaugliche Version im Sinn, mit Sattel (zum draufsitzen, nicht vor sich herschieben) und entweder größerem Laufrad oder eben entsprechender Übersetzung…
Das Foto fällt wohl eher in die Kategorie “kreative Zweckentfremdung” :smiley:

Ich denke mal, das sich die Konstruktion an einem normalen Einrad nur schwer realisieren lässt. Wenn sollte man als Rahmen vielleicht einen V-Rahmen (ähnlich turtles V) verwenden. Da ist das mit der Gewichtsverteilung sicher günstiger.

Grundlegend find ich die Idee ganz interessant, aber ich denke nicht, das man damit wirklich schneller sein kann als wenn man nur mit den Beinen fahrt.

Ich hatte durch meine Coastingradaktion noch ein paar Pegs übrig und hab das mal probiert. Das ist Sackschwer und hat ein extrem hohes Verletzungspotential! Damit hatte ich nicht gerechnet.

Hmm, also ein Antrieb “mit Hand und Fuß”.
Für das was du dir vorstellst hat sich die Bezeichnung “Dualantrieb” eingebürgert, hier…
http://www.youtube.com/watch?v=VwOX4UdACNI&feature=related
…ist ein Lieger mit sowas zu sehen.

Ich könnte mir für die Hände eher einen Hebelantrieb vorstellen.
Schau mal hier [PDF], auf der 2. Seite rechts.
Bei einem derartigen Linearantrieb für die Hände müsste man nur Seil- oder Bandzüge zu den Händen führen, keine Kette und keinen schweren Kardan. Soweit ich das sehe, sollte sich dieser Antrieb ohne jeden Kettenantriebsstrang an ein Einrad bauen lassen. Man betrachte das zentrale Bild auf der Seite: die beiden Kraftnehmerrollen setzt man rechts und links auf die Welle, die dazu 90° verdehte Verbindungsrolle kommt oben an die Gabelbrücke.
Man könnte es so machen, dass man sich jeweils mit der Hand gegen den Tritt des zugehörigen Beines stemmt.
Als Rahmen dazu würde ich sowas wie Turtle-V nehmen - eine Strebe nimmt die Schwerelast des Fahrers auf, eine die Zuglasten des Handantriebs.

Damit das Pedalieren damit gut harmoniert, würde es sich anbieten auch da etwas vom Standard abzuweichen - die Totpunkte müssen entschärft werden, man muss viel Kraft in der “Stemmphase” aufbringen können.
Ansatz 1: Übersetzung ändert sich mit dem Pedalkreis, wie bei elliptischem Kettenblatt am Fahrrad. Ein Huni-Rex Antrieb könnte elliptische Ritzel aufnehmen, z.B. zwei gleichartige die einfach um 90° zueinander verdreht sind - möglicherweise bleibt da die nötige Kettenlänge konstant (zumindest in zwei Drehphasen ist das der Fall, wegen Symmetrie, dazwischen weiß ich leider nicht :confused: ).
Ansatz 2: Elliptischer Kurbel-“kreis”
Hab mir da neulich ne Kurbelkonstruktion dafür überlegt, kann die Animation hier bloß nicht anhängen weil das Forum *.swf nicht akzeptiert… alle anderen Exporte schlagen leider fehl, sogar inklusive Standbildern… Flash verhält sich manchmal komisch. :frowning: Hat mal jemand kurz 4 Kilobyte Webspace?
Ansatz 3: den ganzen Aufwand bleiben lassen und bei normalen Kurbeln bleiben :wink:

Edit: Ah, da hatte jemand was den Rahmen angeht dieselbe Idee. :slight_smile:

Auf Liegerädern bin ich so was schon selbst gefahren (z.B. auf der Spezi auf dem Testparcour). Die Frage ist, ob man das aufs Einrad adaptieren kann und obs da noch praxistauglich ist.

Warum?

Weil es vom Bewegungsablauf dem Stemmen gegen den Lenker am Aufrechtrad entspräche, das im Wiegetritt eh jeder macht ohne es lernen zu müssen.

Praxistauglich? Sieht man wohl erst, nachdem man es gebaut hat.

Mit dem Unterschied, daß der Lenker dann nachgibt und eben nicht mehr zum Dagegenstemmen geeignet ist. Ich glaube eher an eine runde "Tritt"bewegung, also an eine ganz normale Kurbel. Das hat nebenbei noch den Charme, daß es wesentlich weniger komplex umzusetzen ist.

ich find sowas sieht scheisse aus! ^^

Das ist natürlich ein überzeugendes Argument. Dann sollten wir das ganz schnell wieder vergessen. :angry:

style ist geil - es war gar kein argument, nur eine spontane äußerung ästhetischen unwohlseins.

Ich finde die Idee interessant, allerdings ausschließlich in der Variante, wo der Antrieb allein durch die Arme erfolgt. Wie praktikabel das ist, weiß ich allerdings echt nicht. Insbesondere nutzt man ja Arme und Oberkörper bis zu einem gewissen Grad für die Balance und um die können sie sich viel schlechter kümmern, wenn sie am Kurbeln sind. Auch verschwindet damit eine sehr praktische Eigenschaft im Alltagsgebrauch: Man hat die Hände frei.

Naja, zum rumfuchteln zwecks Balance hat man dann ja die Beine frei.
Und den Zauberwürfel mit den Zehen lösen musst du dann eben noch ein wenig üben.

ich find die idee sehr cool!
mir würde eine variante gefallen, in der man sich wirklich frei entzscheiden kann:
nur füße, nur hände, oder beides gleichzeitig
dürfte aber recht schwer umzusetztn sein (auser man lässt halt los bzw. nimmt die füße von den pedalen :D)

dass es “scheiße” aussieht:
wen störts, was andre drüber denken!!

für den körper wär des bestimmt super!
man lernt besser das gleichgewicht zu halten (da man die arme ja nicht mehr zum balancieren hat)
und man stärk die armmuskulatur, die ja beim “normaln” fahren doch irgendwie kurz kommt (find ich)

also ich finds super!
bitte dranbleiben!!

Ich auch! :smiley:

Genau das erreicht man mit Hilfe eines Differentials. Dann kannst du die Füße stillhalten und mit den Händen treten, oder umgekehrt, oder mit beiden gleichzeitig, gerne auch mit unterschiedlichen Trittfrequenzen. Die Summe aus beiden Antriebsarten kommt dann auf der Welle (sprich: der Achse des Rades) an. Du kannst sogar mit den Füßen mit konstanter Trittfrequenz treten und durch Rückwärtstreten mit den Händen bremsen und somit korrigieren. Eigentlich genial. Die spannende Frage ist nur, ob man ein Differential in diesem Setup sinnvoll einbauen kann.

Kritisch wirds nur, wenn man zum “rudern” die Hände von den Handkurbeln nimmt, weil dann hat man durchs Differential quasi nen Leerlauf drin…

stimmt…
man braucht also eine recht einfach einzschaltene sperre!
zumindest bei den handkurbeln…