Haltung auf langen Strecken?

Beim Fahren längerer Strecken, scheint es vorteilhaft zu sein mit beiden Hände an den Sattel (oder - falls vorhanden – an den Lenker) zu greifen. Die Fahrweise wird ruhiger und es hilft auch schiefen oder verkrampften Körperhaltungen entgegenzuwirken. Ich versuche mir das Fahren mit beiden Händen am Sattel in letzter Zeit anzugewöhnen.

Allerdings bin ich mir unsicher, wie sich das genau anfühlen soll. Sollte man auf die Sattelspitze Druck nach unten geben, in dem man das Körpergewicht etwas über die Arme verlagert, also sich ein wenig aufstützt? Oder lässt man im Gegenteil das Einrad etwas nach vorne abkippen und baut mit den Armen eine Zugspannung auf?

Andi und ich haben das ein wenig diskutiert, kamen aber zu keinen klaren Schlüssen. Vielleicht ist das auch sehr individuell verschieden. Jedenfalls fanden wir es wert die Frage an die Langstreckenexperten im Forum weiterzureichen.

Gruss
Cyc

Hallo,

bin zwar kein Langstreckenexperte kann dir aber aus meiner Erfahrung sagen, dass ich es sehr angenehm finde nach länderem fahren ein wenig vorne den Sattel nach unten zu drücken. ich finde es deshalb angenehm, da sich die Sitzposition ein wenig ändert und der Hintern nicht so schnell KO gibt :slight_smile: Ich bilde mir auch ein, dass ich dadurch ein wenig schneller werde, da ich ja dem Sattel viel mehr “hinterherfahren” muss als wenn ich nur normal oben sitzen würde.

LG Alex

Hallo,

abstützen auf dem Sattel oder Lenker ist auf jeden Fall nicht verkehrt bei langen Strecken. Beide Hände an den Sattel hate ich auch für absolut richtig. Das erfordert am Anfang allerdings Übung. Aber das trifft auch auf die Kurzstrecken zu. Wenn ich heute auf ein Einrad steige und nichtt gerade einen Hockeyschläger in der Hand habe, nehme ich automatisch beide Hände an den Sattel oder Lenker.

Aber ihr habt meiner Meinung nach einen Fehler in eurer Theorie. Wenn ihr euch auf dem Sattel abstützt, drückt ihr den Sattel auch mehr oder weniger nach vorne. So sollte es zumindest sein. Dadurch kippt dann aber auch das ganze Rad nach vorne. Das erleichtert das treten.
Anders sieht es aus wenn du am Griff ziehst. Dann zieht man seinen Oberkörper nach vorne und damit kippt das Rad oft nach hinten.

Ich stütze mich bei längeren Strecken mittlereweile auch automatisch mit bei Händen am Sattel ab. Allerdings kann ich nicht sagen, was genau ich mache. Ich positioniere mich einfach so dass ich mich wohlfühle :roll_eyes:

Auch auf kleineren Rädern?

Danke schon mal für eure Antworten!

Heute machte ich einen längeren Ritt auf dem KH24. Mehr Zoll habe ich bislang leider nicht zu bieten. Eine Hand habe ich praktisch immer am Sattel und ich bemühe mich darum sie abzuwechseln. Wenn ich beide an den Sattel nehme, dann fühlt sich das manchmal schon recht gut an, aber es geht höchstens ein paar hundert Meter bis es mir wieder die Arme auseinanderreisst.

Mir scheint, dass es mit grösseren Rädern (ich habe nur den Negativvergleich zum 20") und kürzeren Kurbeln leichter geht. Daher die Frage: ist das eine Haltung, die ihr nur auf 29/36" fahrt oder auch auf kleineren Einrädern 24/20"?

Ciao, Cyc

Bei größeren Rädern mit kürzeren Kurbeln wird das Rad insgesamt ruhiger, von daher ist es leichter, die Hände am Sattel zu halten. Andererseits es ist zumindest anfangs schwieriger, nicht nach vorn zu fallen, weil man ja einen viel kürzeren Hebel hat, um sich abzufangen. Also ich komme erst jetzt, nach so ca. 650 Kilometern, an den Punkt, wo ich auf dem 29" Rad im großen Gang (also letztendlich 44") auch mehrere hundert Meter weit beide Hände an den Sattel lege. Bei 29" mit 114 mm Kurbeln kann ich das einige Kilometer weit, bei 24" fahre ich nicht so lange geradeaus :p, aber prinzipiell ist auch auf 24" das Geradeausfahren mit Händen am Sattel sehr bequem.

Ich neige intuitiv eher dazu, am Sattel zu ziehen. Mein Ziel ist es aber, weder zu ziehen, noch mich abzustützen, denn beides kostet unnötig Kraft.

Insgesamt kommt es aber mehr auf die Strecke an. Im Gelände / bei Downhill ist nur eine Hand am Sattel, bei Trial auch. Bei gemütlicher Fahrt geradeaus geht es auch mal sehr bequem ganz ohne Hand am Sattel.

Das basiert jetzt alles auf meinen persönlichen Erfahrungen, ist also nicht allgemeingültig, solange es nicht von anderen bestätigt wird.

Ich folge ein paar relativ einfachen Grundregeln:

  • Beide Hände kommen immer an den Lenker, wenn es geht (wenn die Strecke, mein Können, ... es zulassen).
  • Bei ebener Strecke oder bergab lege ich Gewicht auf die Arme, kippe das Einrad also nach vorne. Vorteile: ruhigerer Geradeauslauf, Entlastung des Hinterns.
  • Bergauf ziehe ich am Lenker, um mehr Druck auf die Beine legen zu können
Wie schon von anderen geschrieben wurde, ist es am Anfang gewöhnungsbedürftig, auf die Arme als Balancierstange zu verzichten. Nach einer Weile empfindet man (mir zumindest ging es so) das auch subjektiv als die angenehmste Haltung. Was sich bewährt hat ist, auch in unvorhergesehenen Situationen (z.B. übersehenes Schlagloch, plötzliche Windböe, ...) die Hände am Lenker zu lassen und sie nicht panisch nach oben zu reißen. Das kostet Anfangs zwar viel Überwindung, weil man den Reflex übersteuern muß, hilft aber meist, da das unkontrolierte Arme nach oben Reißen meist mehr Schaden anrichtet als daß es hilft.

Hallo,
mich würde mal interessieren wer für längere Touren (Marathon) z.B einen KH T-Bar Touring-Griff fährt, um nicht die ganze Zeit beide Hände auf den Sattel zu legen.
Gibt es auch Nachteile die gegen einen Touring Griff sprechen?

Gruß Warroo

Ich zum Beispiel.

  • Kostet Geld
  • Macht das Einrad schwerer
  • Ist sperrig beim Transport z.B. im Kofferraum oder im Zug
  • Bei ernsthaftem Offroad-Einsatz ist der Lenker eher störend

Als ich habe nur den alten T7 Lenker von Nimbus. Auf den möchte ich aber auf gar keinen Fall verzichten. Die Arme dort abzustützen bzw. über ihn Druck auf das Rad auszuüben um es in Vorlage zu bringen ist sehr viel angenehmer als direkt am Sattel.
Diesen Lenker oder auch den neuen von KH finde ich aber nicht wirklich sperrig.
Da kommt es bei einem 36" Rad auch nicht mehr drauf an.
Ich Fahre allerdings auch VW Bus.
Der stößt jetzt aber leider auch an seine Grenzen, seit ich mir einen Triathlonlenker an das 36er gebaut habe. Das ist jetzt schon absolut sperrigt und passt nirgendwo mehr rein und bleibt immer im Treppenhaus stecken.:smiley:

Hallo Yeti,

was hat Dich überzeug den Griff zu nutzen,
an was für einem Rad fährst Du ihn?
Ich würde den Griff an einem 29er (28") Rad nutzen für längere Touren,
für den Offroad Einsatz nehme ich dann lieber das 24er Muni ohne.

Gruß Warroo

Hi,
ich fahr seit kurzem auch mit “Lenker” am 29". Das Ding ist schon gut um die Spur besser zu halten, allerdings finde ich es ist eine riesige Umstellung. Am Anfang hatte ich echt Probleme, immer wenn es “brenzlich” wurde hab ich losgelassen oder den Sattelgriff gesucht. Jetzt bin ich dabei die zweite Hand dran zu gewöhnen. Wenn allerdings der Weg seitlich abfällt oder recht viel Seitenwind ist, brauch ich die linke Hand nach wie vor zum “rudern”.
Der Touring-Griff ist zwar nicht wirklich groß aber zu groß für meinen (alten) Astra-Kofferraum, ich bau ihn immer ab oder leg das Rad vor die Rückbank.
Ich denk aber mal Vorteile überwiegen.

gute Nacht wünscht Jockel

Argumente für einen Lenker wurden ja bereits viele genannt. Das sind auch genau die Gründe, warum ich nicht mehr ohne Lenker fahren möchte (zumindest nicht für Langstrecken).

Nimbus T7 auf dem 29er und KH Lenker auf dem 36er. Mir persönlich ist der KH Lenker sympathischer. Daß auf dem 29er der Nimbus drauf ist hat historische Gründe, weil es den KH damals noch nicht gab, als ich mir dieses Einrad gekauft habe.

Du machst mir Angst!

Anderer Punkt in diesem Zusammenhang:
Bis jetzt habe ich immer gesehen, daß die Leute mit Lenker sich auch den Bremsgriff vorn an den Lenker montieren.

Was spricht eigentlich dagegen, den Bremsgriff trotz Lenker unter dem Sattel zu belassen? Auf diese Weise könnte man dann bei holprigen Bergabfahrten auf die klassische Art die Hand am Sattel lassen und bremsen - und wenn es glatt geradeaus geht, die Hände an den Lenker legen.

Wenn das geht, dann werde ich mir wohl auch bald mal so einen KH Lenker zulegen.

…Ziel erreicht… :roll_eyes:

Ich denk auch daß die Bremse unter den Sattel gehört. Grad im Gelände nützt sie am Lenker wenig.

schönen Abend wünscht Jockel

Das klappt nicht, weil da der Lenker im Weg ist. Die Querstange des Lenkers (sowohl beim T7 als auch KH) verlaufen unterhalb des Sattels und verhindern das Erreichen des Bremsgriffs. Natürlich kann man den Bremsgriff an eben diese Stange schrauben, aber dann hängt er halt sehr tief und der Lenker ist vermutlich im Weg, wenn man die Bremse greifen will.

Andererseits bin ich mit dem Bremsgriff vorne am Lenker sehr zufrieden. Da man die Hände normalerweise sowieso immer am Lenker hat, kann man auch aus der Position heraus bremsen ohne umgreifen zu müssen. Für harten Downhill im Gelände ist das natürlich nicht optimal, aber dafür ist auch der gesamte Lenker nichts.

ich sehe das wie Wolfgang,
Die Bremse habe ich am Lenker,weil auch meine Hände immer dort sind.
Ich fahre jetzt aber auch kein Downhill mit meinem 36er.
Auf normalen Feld und Waldwegen muss ich nicht an den Lenker greifen.

Beim 36"er (ich hab keins) sehe ich das ein. Mit meinem 29"er fahre ich aber auch schon mal über ne abschüssige Wiese, oder eine kleine Erdrampe runter, etc… Auf langen Strecken kann ich mir das mit dem Lenker gut vorstellen, aber wenn’s kniffelig wird, reicht zumindest mein Können nicht dafür aus, zum Bremsen an einen Lenker zu fassen.

Ich werde mal überlegen, ob sich da nicht etwas bauen lässt, wo der Bremshebel erreichbar unter dem Sattel ist, und trotzdem ein Lenker möglich ist.

Meine erste Bremse, die ich jemals am Einrad hatte (vor ca. 14 Jahren, Marke Eigenbau auf Grundlage einer Cantilever-Bremse vom Fahrrad) sah so aus, daß ich den Bremsgriff auf ein Stück Rohr geschraubt habe, das ich dann lose in der Hand hielt. Diese Konstruktion war eigentlich gar nicht schlecht und kollidiert auch nicht mit dem Lenker. Beim Downhill hat man dann eine Hand am Sattel und die andere zum Bremsen. Wenn das Bremskabel lang genug ist, kann man mit der “Bremshand” sogar noch rudern oder um sich schlagen, was man halt beim Rodeo-Reiten so mit dem freien Arm macht.
Natürlich sollte man sich irgendwo an der Sattelstütze oder am Lenker noch eine Befestigung anbringen, um den Bremsgriff “aufräumen” zu können, wenn man ihn gerade nicht braucht.

Kann man eigentlich bei einer Hydraulikbremse (Magura) den Bremsschlauch irgendwie verzweigen, so daß man 2 Bremsgriffe hat, die man alternativ betätigen kann?
Dann könnte man sich z.B. einen Bremsgriff an den Lenker schrauben und den zweiten unter den Sattel, lose in die Hand nehmen, oder sonst was damit machen.