Gepäck für Einradtour

Ich überlege gerade, was man auf eine längere (mehrere Tage, evtl. Wochen) Einradtour an Gepäck mitnehmen sollte, und wie man das am besten transportiert. Nein, ich habe momentan keine konkreten Pläne, aber es würde mich schon reizen, mal wieder was Größeres in Angriff zu nehmen. Deshalb überlege ich, was da theoretisch machbar wäre und wo die Grenzen sind.

Ich treffe jetzt einfach mal ein paar Annahmen. Da ich noch keine konkreten Pläne habe, sind diese Annahmen natürlich teilweise vage, aber das ist zumindest der Rahmen, in dem ich mich gedanklich bewege.

Annahmen:

  • Tour über mehrere Tage, evtl. Wochen
  • Das formale Ziel ist, von A nach B zu kommen, wobei das eigentliche Ziel darin besteht, unterwegs zu sein. Aber ich will danach sagen können [I]"Ich bin mit dem Einrad von ... nach ... gefahren"[/I].
  • Das Budget ist kein limitierender Faktor. Das heißt nicht, daß man mit Geld um sich schmeißen muß, aber man muß auch nicht hungern oder betteln. Wenn ich pro Tag 30 Euro ausgebe, ist das ok.
  • Ohne Unterstützungsteam (insbsondere kein Begleitauto). Das Gepäck muß selbst transportiert werden.
  • Die Temperaturen liegen deutlich über dem Gefrierpunkt
  • Die Tagesetappen liegen bei ca. 50 bis 70km (wenns eben ist; bei Bergen, Offroad, ... weniger)
  • Straßen werden genutzt, soweit vorhanden. Wenn nicht vorhanden, geht es auf Wegen, Pfaden, Single Trails, ... weiter.
  • Übernachtet wird im Zelt oder in primitiven/billigen Unterkünften
  • Die Möglichkeit zu duschen ist schön, aber nicht jeden Tag zwingend erforderlich
  • Es gibt ausreichend Infrastruktur, um z.B. Lebensmittel einkaufen zu können. Mit Einrad- oder Fahrradläden auf der Strecke würde ich eher nicht rechnen.
  • Essen wird gekauft (eher im Laden, weniger im Restaurant)
  • Leitungswasser ist nicht als Trinkwasser geeignet
  • Es wird alles selbst gefahren, soweit das irgendwie möglich ist. Ausnahmen stellen etwa Meere oder politische No-Go Areas dar. Mir gefallen aber z.B. diese Extremfahrradtouren nicht, bei denen Leute zwar viel Fahrrad fahren, aber noch mehr im Flugzeug sitzen. Wenn z.B. jemand sagt [I]"ich bin mit dem Fahrrad von Deutschland nach Australien gefahren"[/I] und bei näherem Nachfragen stellt sich heraus, daß er bis in die Türkei gefahren ist, von da aus nach Delhi geflogen ist, um in Kathmandu wieder in den Flieger nach Darwin zu steigen, dann ist das nicht die Art von [I]"selber fahren"[/I] wie ich sie mir vorstelle.

Als erstes stellt sich die Frage, wie man das Gepäck transportiert. Spontan bietet sich dafür ein Rucksack an. Alternativen fallen mir nicht wirklich ein. Hat jemand Vorschläge?

Und dann stellt sich die Frage, was braucht man auf so einer Tour eigentlich alles, und vor allem, was nicht. Ich habe mal angefangen, eine Liste zusammenzustellen. Ergänzungen, Streichungen, Änderungen sind willkommen und erwünscht.

Gepäck:

  • Paß, Geld, Kreditkarte
  • Rucksack
  • Zelt
  • Landkarte
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Werkzeug
  • Luftpumpe
  • Ersatzteile (Schlauch, Speichen)
  • Kabelschloß
  • Verbandszeug
  • Radlerhose
  • Trikot oder irgendwas Funktionales zum fahren
  • Helm, Schützer
  • Hose
  • Jacke
  • Wäsche (3 Garnituren)
  • Handtuch
  • Hygieneartikel (Zahnbürste und -pasta, Duschgel, ...)
  • Wasser (z.B. in einem Rucksack mit Trinksystem)
  • Benzinkocher + Topf + Besteck
  • Notration Klopapier (auch zu gebrauchen als Taschentuch, Lappen, ...)
  • Handy plus Ladegerät (für den Notfall)
  • Fotoapparat plus Ladegerät (nicht zwingend erforderlich, sollte aber dennoch dabei sein)

Also ich würd des Zellt daheim lassen und an Biwaksack dafür nehmen,wenn überhaupt! Es gibt überall Schuppen, Bushaltestelle… wo Du auch gut schlafen kannst.Dadurch hast halt scho mal den dickste Brocken weg vom Rücken!
3mal Kleidung zum wechseln?Ich würd 1mal max. 2 dafür abends auswaschen!
Ist meine Erfahrung bei solchen Touren!

Gruß
Axel

Für Deutschland oder auch Mitteleuropa gebe ich dir recht. Ich träume aber von etwas exotischeren Gegenden …

Die 3 Garnituren waren einschließlich der gerechnet, die du gerade trägst. Insofern ist 2 Minimum, weil du die eine sonst nackt auswaschen mußt. Die dritte Garnitur ist zugegebenermaßen Luxus, aber nicht besonders viel zusätzliches Gepäck.

Spontan würde mir ein Anhänger einfallen. Etwa so, wie bei Fahrradtouren.
Nimmt zwar die “Leichtigkeit” des Einrads, aber man kann damit einen Haufen Gepäck transportieren…

am bekanntesten ist sicherlich der BoB

andere Variante wäre der Nomad von Burley

geht auch preiswewrter: Jago Fahrradanhänger

nur mal so als Anregung …

Ich würde den Kocher weglassen. Ich habe 1984 eine 4-wöchige Fahrradtour durch Frankreich ohne Kocher überlebt. Man braucht keinen Kaffee, etc. Man braucht auch kein warmes Essen (viele Dosengerichte schmecken auch kalt). Kalorien und Flüssigkeit kann man sich problemlos kalt zuführen. Und da der tägliche Etat bei 30 Euro liegt, kann man auch mal im Restaurant oder beim Imbiss essen gehen.

Kabelschloß: Es gibt extrem kleine Schlösser, die eher als Mitnehmsperre anzusehen sind. Das reicht, um zum Beispiel im Supermarkt einkaufen zu können. Wer es drauf anlegt, kann das Kabel allerdings recht einfach durchschneiden - also nichts für einsame Orte oder längere Stehzeiten.

vitamin- magnesium- calciumtabletten etc.
aspirin
ich würd mir noch jemanden, der mir gesellschaft leistet einpacken.

@muck22: der nomad von burley ist beim Einrad problematisch, da die Kupplung das drehen der Kurbeln verhindert.

Bei den anderen beiden Modellen, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen, wäre auszuprobieren, ob sie die Kurbeldrehung erschweren/verhindern.

mea culpa!
Da siehste mal, dass es eben doch nicht so einfach ist, etwas vom 2Rad aufs 1Rad zu übertragen…

Bliebe nur der klassische “Anhänger”, der auch beim 2Rad an der Sattelstütze mit Fahrradkupplung angehängt wird.

Hallo Yeti,

ich hätte noch meine Packliste vom Jakobsweg inklusive Erfahrungswerten im Angebot. Bi nden gelaufen, aber von den Grundprinzipien entsprechen sich solche Touren ja trotzdem. Bei Interesse einfach bescheid sagen. Wäre jetzt für heir doch ziemlich umfangreich.

Viel Freude beim Planen!
Taru

Interessantes Thema.

Ich denke, alles was nicht im Rucksack, sondern am Rad transportiert wird, drückt “den Arsch” nicht auf den Sattel.
Deshalb finde ich den Anhänger eine interessante Alternative.

Eben garnicht.
An der Sattelstütze hast du das Problem, daß dich der Anhänger nach hinten zieht. Und zwar so, daß es nach hinten kippt oder du zumindest ständig nach vorn geneigt fahren mußt. An der Achse geht nicht wegen der Kurbeln.

Interessanter fände ich es, eine Art Taschenstütze für den Anbau zwischen Gabel und Sattel zu entwickeln, damit das Gewicht des Gepäcks auf dem Einrad und nicht auf den Schultern liegt.

Aber eigentlich was das alles nicht das, was Yeti gefragt hat. Er wollte wissen, welches Gepäck man mitnimmt. Nicht wie, sondern was.

Die Kupplung muss halt möglichst dicht über dem Rad sein.

Man bräuchte ein Einrad mit zwei Rädern…, oder gibts das schon… :roll_eyes: …?

:smiley: Es gibt Wäsche und Wäsche - In manchen Fällen kann man ja die Wäsche und das Zelt kombinieren :smiley:

Auch exotische Gegenden sind inzwischen sehr zivilisiert.
Z.B hier: http://www.thelongestway.com/ Christof ist von Peking bis durch die Wüste Gobi gegangen!!!
Die ersten 3000 Km mit Rucksack und dann mit einem Anhänger.

Charly

Da mein Hintern nicht so beschaffen ist, daß man meine Unterhosen auch als Vorzelt nutzen könnte, sehe ich hier wenig Kombinationsmöglichkeiten. Oder wie stellst du dir das Campen unter Socken vor?

So was gibt es sogar schon: den T7 Touring Lenker von Nimbus. Der hat hinten nochmal einen Griff, der wohl dazu gedacht ist, das Einrad zu schieben (vermute ich, was genau sich Roger dabei gedacht hat, weiß ich nicht). Zumindest kann man diesen Griff auch dazu benutzen, um den Rucksack darauf abzustellen. Also: Rucksack normal aufsetzen, Hüftgurt offen lassen, dann die Schulterriemen lockern, daß der Rucksack soweit runterrutscht bis er auf diesem Griff steht.

Steht doch da: Rear handle for pushing or just holding the unicycle, and mounting luggage, it can also be used as a temporary unicycle stand

Stimmt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Interessant, was man alles erfährt, seit in Deutschland kein Nimbus Zeug mehr verkauft werden darf …

Vielleicht kannst du hier ja mal posten, wie deine Packliste aussehen würde, wenn du die Tour nochmal machen würdest (also nicht deine Originalpackliste, sondern die überarbeitete, nachdem du entsprechende Erfahrungen gesammelt hast).