Gefühlte Radgröße

Da ich nun schon wiederholt diese Erfahrung gemacht habe, würde ich gern einmal wissen, ob es anderen auch so geht…

Fast jeder fängt wohl mit einem 20" Rad an, einige auch mit 24", und kleine Kinder mit 12" oder 16". Üblicherweise fühlt man sich irgendwann recht wohl mit der Radgröße, die man regelmäßig benutzt.

Ich selbst bin bei meinem 24" Rad bald an eine Grenze gestoßen, bei der ich bezüglich der Fahrstabilität und der Wendigkeit nicht weiter kam. Ich habe mir dann ein 29" Rad gekauft. Kaum konnte ich darauf einigermaßen fahren, kam ich mit dem 24" Rad deutlich besser zurecht und konnte auch schneller darauf fahren.

Nun habe iche diese Erfahrung zum zweiten Mal gemacht. Seit ich mir neulich ein 36" Rad gegönnt habe, fühlt sich das 29" Rad an wie ein Muni. Das Aufsteigen geht leichter, es fühlt sich wendiger an, und selbst im großen Gang (das 29"er ist geschlumpft) kann ich beherzter Gas geben, da es sich stabiler anfühlt als vor meiner 36"-Erfahrung. Wo ich voher noch mit dem Gedanken “Oh oh hier wird’s kniffelig” rumgeeiert bin, kann ich jetzt getrost die Sau rauslassen.

Das ist natürlich alles begrenzt von meiner Kondition und meinem Selbsterhaltungstrieb, aber die Grenze des Machbaren hat sich für mich nach vorn verschoben.

Geht oder ging es anderen ähnlich?

Diese Erfahrung kann ich bestätigen.
Ich habe meine allerersten Geh- bzw. Fahrversuche auf einem 24"-Rad gemacht, das mir aber deutlich zu klein war. Da ich damals noch keine Ahnung hatte und auch niemanden, den ich hätte fragen können, bin ich nicht von alleine auf die Idee gekommen, daß das Problem durch eine längere Sattelstütze zu beheben ist. Sattdessen habe ich das Einrad und mich vermessen und das gesamte Einrad skaliert. So kam es, daß mein erstes eigenes Einrad ein 28er mit 175mm-Kurbeln war. Die Kurbeln gab es damals nicht. Meine habe ich aus Fahrradkurbeln durch Absägen der Ärmchen fürs Kettenblatt der rechten Kurbel gewonnen. Mit diesem Einrad habe ich mich am Anfang natürlich ziemlich schwer getan, aber ich habe damit die üblichen Anfängertricks gelernt: frei Aufsteigen, Pendeln, rückwärts Fahren, Springen, einbeinig Pendeln, einbeinig Fahren, diverse Aufstiege. Ich habe sogar auf diesem Rad gelernt, jemandem Huckepack mitzunehmen. Wahrscheinlich hätte ich es auf einem kleineren Rad schneller gelernt. Und wenn ich eine kompetente Anleitung gehabt hätte, noch schneller (da damals das Einradfahren noch völlig exotisch war und das Internet ein technisches Forschungsgebiet, dauerte es ein gutes halbes Jahr, bis ich den ersten anderen Einradfahrer getroffen habe der mehr konnte als ich). Aber es ging auch so. Zumindest konnte ich danach alles fahren. Als ich das erste mal auf einem 20"-Rad mit lang genuger Sattelstütze gesessen bin, war ich völlig überwältigt, wie leicht das alles geht. Ich denke, daß diese unfreiwillige Erfahrung mir auch später noch viel gebracht hat, wenn es z.B. darum geht mit sehr großen Rädern oder Getrieben umzugehen.

Später habe ich ähnliche Erfahrungen noch mehrfach gemacht: seit meiner Schlumpfnabe kommt mir der erste Gang auf dem 29er so freestylemäßig vor und seit meinem 36er kommt mir das 29er so muniartig vor. Und als ich mal auf einem 52"-Rad gesessen hatte, kam mir danach alles andere vor wie Spielzeug.

So. Und alle die Einradfahren mal probieren wollen - kauft euch 36’er.
Wie lange muss ich denn mit einem geliehenenenen 29’ Rad fahren, damit es mit dem 26’er besser klappt?

  1. Wie schon geschrieben, ist das ein Phasenweiser Aufbau. Keiner sagt, daß man gleich mit nem großen Rad losfahren kann.

  2. Wie lange? Bei mir haben 3 Ausfahrten auf dem 36"er , 5 bis 15 km jeweils, gereicht, um das Gefühl auf dem 29"er zu verändern.

und wie fäht es sich jetzt auf dem 20"?
Oder fährst Du das garnicht mehr, weil es jetzt ZU einfach wäre? :wink:

Hmmm. Auf den 20"ern fahre (damit meine ich das Zurücklegen einer Strecke) ich wirklich fast garnicht. Ich verwende die nur zum Üben hier in der Straße und in der Sporthalle.