Einrad für größere Touren

Hallo allerseits,

mein jetziges Einrad (24", Kurbeln von Bohrung zu Bohrung ca 18 cm) fahre ich seit ca. zwei Jahren mehr oder weniger regelmäßig. Ich kann darauf keinerlei Tricks, auch am Muni-fahren habe ich kein Interesse. Das einzige was ich damit vorhabe sind längere Touren von im Moment bis zu 15 Km.
Was mich dabei momentan stört ist die viel zu geringe Maximalgeschwindkeit. Nachdem ich nun ein wenig gelesen habe stelle ich fest dass die Kurbeln ja scheinbar doch im Vergleich zu den meisten anderen Fahren sehr lang sind (waren an dem noname-Einrad eben dran). Die Geschwindigkeit wird bei mir auch eher durch das schwere Pendeln bei der hohen Trittfrequenz als durch Kraft oder Ausdauer begrenzt.
Ich wollte nun einfach mal die Frage in die Runde werfen, welche Kurbellänge für mich den am besten wäre. Zu Bedenken gibt mir allerdings die Tatsache, dass ich selbst mit den jetzigen Kurbeln an (extrem) steilen Bergen (z.B. im Weinberg) Probleme bekomme…

Gruß,

Rueolps

Generell ist ein 24"-Einrad als Langstreckenfahrzeug eher ungeeignet, zumindest solange es keine Schaltung hat. Die spontane Empfehlung wäre also, kauf dir ein größeres Einrad. Natürlich gibt es gute Gründe, das nicht zu tun, z.B. weil das Geld nicht reicht, weil du dein Einrad liebst, …
Wenn du das Problem also dadurch lösen möchtest, daß du kürzere Kurbeln draufschraubst, solltest du dir überlegen, welche Art von Strecken du damit so fährst. Im Gelände steile Berge rauf deutet eher auf lange Kurbeln hin. Auf geteerter, ebener Straße kommt man mit kurzen Kurbeln schneller voran. 180mm sind aber in jedem Fall extrem lang. Wenn du Berge hochfahren willst, für die diese Kurbellänge auf einem 24er Rad schon nicht ausreicht, dann fehlt es dir entweder an Kraft oder du solltest dir überlegen, ob du die Berge nicht lieber hochlaufen willst. Viel schneller als mit Laufen wirst du auf dem Einrad sowieso nicht sein.
Also: für offroad und bergtauglich schlage ich 150mm Kurbeln vor, für die ebene Straße 100mm. Falls du sowohl als auch machen willst, dürfte es schwierig werden, beides mit einem Einrad abzudecken, zumindest solange du dir keine Schaltung zulegst.
Ich selbst habe 2 Einräder, um damit von A nach B zu kommen, beide mit Schaltung. Einmal ein 36er, auf dem ich normalerweise mit 125mm-Kurbeln Straße oder auch Waldwege fahre solange es nicht allzu steil wird. Im großen Gang entspricht das dann also einem 56"-Rad und das läßt sich mit den 125mm-Kurbeln problemlos fahren (allerdings sind Vollbremsungen problematisch, weshalb ich den großen Gang im Stadtverkehr nicht nutze). Und dann noch ein 29er mit 165mm-Kurbeln, das ernsthaft geländegängig und bergtauglich ist. Auf beiden Einrädern habe ich KH Dual-Kurbeln drauf, so daß man mit relativ geringem Aufwand die Kurbellänge variieren kann (125/150mm bzw. 137/165mm).

Tja, dann werde ich wohl mal ein 28/29" Einrad auf den Investitionsplan setzen.
Vielen dank für Die Info, hat mir sehr weitergeholfen.

Hallo,

also ich trainiere junge Damen und auch 2 Herren, die hauptsächlich für die Rennen im Stadion trainiern. Für die Kondition fahre ich mit ihnen aber regelmäßig auf der Straße. D.h. sie fahren dort auch mit den 24"-Rädern/125er Kurbeln.
Berge haben wir hier auch und die kommen dort alle rauf und runter. Die jüngste ist 11 Jahr und die tritt das Rad ca. 8% Steigungen gut hoch.
Also das sollte zu schaffen sein. Wenn du also beim 24" Rad bleibst und nicht an Wettkämpfen teilen nehmen möchtest, würde ich dir zu noch kürzeren Kurbeln raten.
Aber wie Wolfgang schon geschrieben hat ist ein 24er sicher zu klein um Touren zu fahren.

Ich denke auch, dass für Touren mindestens ein 29" -Rad angemessen erscheint. Damit kommt man schon auf eine gewisse Geschwindigkeit, die selbst auf Dauer nicht langweilig wird, zumindest im Großtadttrubel
Ich selbst fahre eins mit 120er Kurbellänge(ohne Schaltung) und nem KH Fusion-Sattel. Damit sind 5Km am Stück keine Schwierigkeit, habe aber meine Bedenken bei wirklich langen Strecken, welche ich bis nächste Woche austesten werde; kommt mir persönlich dieser Thread sehr entgegen.
Habe auch nicht die große Ahnung, aber bis zum 26", denke ich, isses prima zum Fahren von Downhillstrecken.

Eine andere Frage: Hat jemand Erfahrung mit dem KH-Sattel mit der Pupsrille bei langen Strecken?

Ja, und zwar mit dem alten KH-Sattel (Männertraum) und auch dem neuen KH-Gelsattel (Zitat Angsthase: Silikonmopssattel, oder so ähnlich).

Der alte brachte mich gut über die Düsseldorfer Marathonstrecke. Beim Gelsattel stellte ich keinen wesentlichen Vorteil fest.
Auf meiner Urlaubsabschiedsfahrt auf bzw. um dem Darß mit 51 km tat mir der Hintern trotzdem weh und ich stellte eine Schubberstelle in der Leistengegend fest, was mir mit dem alten Sattel nie passierte. Die Füße schlafen mir bei beiden ein und ist nur durch Absteigen und ein wenig laufen zu beheben.
Ich werde demnächst auf meiner Feierabenstrecke den direkten Vergleich bei gleichen Bedingungen austesten. Das wollte ich eigentlich im Urlaub machen, war mir aber dann zu stressig, die Montiererei.

Damit es nicht zu OT wird: Meine 28’’-Räder (114mm bzw. 137mm-Kurbeln) brachten mich mit einer Geschwindigkeiten von 10-15 km/h vorwärts durch die Weltgeschichte und das ungestresst.

für langstrecken brauchst du das: :wink:

Eine Paula Hütte zum Übernachten ?!? :slight_smile:

…genau! :smiley:
war eigentlich hier explizit auch keine langstrecke, sondern XC… :roll_eyes:

Wie schon die anderen geschrieben haben, solltest du in ein 29" Rad investieren. Das sind 28" Felgen mit einem recht dicken Reifen (ca 2,1" bis 2,3"). Damit kannst du dann auch auf unbefestigten Wegen problemlos fahren.

Ich habe nun keine Ahnung, wie dein Budget aussieht. Jedenfalls ist die Investition in eine Schaltung ein ziemlich dicker Brocken, und anfangs dürfte der Nutzen eher gering sein. Bei mir hat es jedenfalls ein paar Monate gedauert, bis ich auf einem 29" Rad ohne Schaltung sicher und lange mit einer Kurbellänge von 114 mm fahren konnte. Da
wäre ans Schalten nicht zu denken gewesen.

Erst danach habe ich mir ein zusätzliches 29" Rad mit Schaltnabe zugelegt. Der Geschwindigkeitsvorteil ist enorm, aber dafür werde ich schneller erschöpft, denn man braucht mehr Kraft zum Fahren.

Wenn du also viel Trainieren willst und noch eine ganze Weile beim Einradfahren bleiben willst, dann wäre ein KH mit Schlumpf-Nabe eine Überlegung wert. Ansonsten ist man mit einem normalen 29" Rad (oder gar 36" Rad) auch recht flott unterwegs.

@Yeti: 36" im großen Gang (also 54") mit 125er Kurbeln würde ich doch eher nur für sehr gute Fahrer empfehlen. Der Normalverbraucher kommt damit wohl eher nicht zurecht und dürfte sich sehr schnell mit offenen Wunden auf dem Boden wiederfinden.

PS: Gute Einräder und super Service gibts unter anderem bei http://municycle.com/ :slight_smile:

Also ich bin direkt von 24" und 170er Kurbel auf ein 28er Schlumpf gewechselt, (allerdings mit 155er Kurbeln) und 2 Tage nachdem ich es bekommen hatte bin ich zu meiner bis heute weitesten Einradtour aufgebrochen, 870 km in 2 Wochen. Wobei da auch die Strecke dabei ist die ich das Rad geschoben hatte, da ich nicht mehr Sitzen konnte, (also mehr eine Radwanderung).
Geschaltet habe ich am Anfang gar nicht, sondern bin direkt im 2. Gang aufgestiegen, was aber nur funktioniert wenn man geübt ist, oder entsprechend groß ist. Bei mir das 2. :smiley:

Für eine Tour hat ein 28er vor allem den Vorteil das man es noch bequem überall unter bekommt, und das man auch einen Ersatz- Schlauch/Mantel/Felge oder sonst was bekommt, dafür fährt ein 36" einfach ruhiger und man kommt auch ohne Schaltung auf eine vernünftige und recht bequeme Reisegeschwindigkeit.

Hallo,

erstmal nochmal danke an alle für die inzwischen zahlreichen und sehr hilfreichen Antworten.
Mein Ziel wird nun auf jeden Fall ersteinmal ein 29" mit kürzeren Kurbeln sein, ohne Schaltung. Kann gut sein dass ich, bevor ich mir das neue Einrad kauf erstmal nur kürzere Kurbeln kauf und die auf meinem jetzigen fahre, und erst dann den nächsten Schritt auf 29" mache. Und selbst wenn mir das dann nicht mehr reichen solte, irgendwann in ein paar Jahren, dann kann ich in das 29" die Schlumpfnabe ja immernoch nachrüsten, oder sehe ich das falsch?
Auf municycle.com bin ich schoon gestoßen, da hatte ich damals meinen Sattel her. Als 29" hatte ich mir dieses hier angeschaut http://www.einradladen.net/shop/show_product.php/cPath/2/products_id/368 , gut möglich dass ich aber auch Einzelteile kaufe und selbst zusammensetze.

Gruß,

Sven

Ja, negative. Ich sitze die Pupsrille einfach platt, so daß nur noch 2 Wülste übrigbleiben, die dann eher stören. Bei leichteren Leuten hat sie wohl durchaus einen positiven Effekt. Meine Frau ist z.B. schwer begeistert von dem Sattel. Aber sie wiegt auch keine 90 Kilo wie ich.

Stimmt. Aber dasselbe gilt auch für geschaltete 29er. Stürzen kann man eigentlich mit jedem Einrad. Nur, je schneller man ist, umso unschöner werden die Stürze. Insbesondere wenn man schneller fährt als man laufen kann.
Ich habe mich übrigens schon sowohl mit dem 36er, als auch mit dem 29er, jeweils im großen und im kleinen Gang auf die Schnauze gelegt, wobei teilweise auch Blut geflossen ist.

… aber dort gibt es keine Schlumpfnaben mehr. Siehe hier.

Mein Tip wäre das Qu-Ax Cross. Ist billiger als das Nimbus und ich persönlich halte es für besser. Allerdings würde ich einen anderen Sattel draufmachen. Aber den hast du ja sowieso schon.
Das Qu-Ax Cross kannst du übrigens bei mir probefahren wenn wir uns demnächst sowieso sehen. Zwar mit zu kurzer Sattelstütze, aber das ist ein lösbares Problem.

Kann man machen. Die Summe der Einzelteile kommt aber normalerweise teurer als ein komplettes Einrad mit denselben Einzelteilen. Wenn es also ein Einrad gibt, das so wie es ist mehr oder weniger paßt, solltest du das nehmen. Änderungen wie z.B. anderen Sattel, längere oder kürzere Kurbeln, … machen dir Roland (municycle.com) oder auch Henno (ajata.de) ohne Probleme und gegen Verrechnung der Originalteile.

Es sind übrigens tatsächlich 56", da die Übersetzung der Schlumpfnabe 17/11 ist, also etwa 1,55.

So, bin zurück aus Holland. Bis zum Ijsselmeer haben wirs nicht geschafft,obwohl es “nur” knapp 140 Km ab Bunde sind. Hatten aber auch nur eine Woche Zeit und supergutes Wetter: Die Sonne brannte nicht nur uns aus sondern auch die Schatten. Dafür gabs ne Extraportion Wind; von links, von rechts, von vorne, von hinten…kann ich mich nicht erinnern.

Folgende Ausstattung: 28/29" KH 125er Kurbeln, Magurabremse die ich nicht brauchte, T7- Lenker und den Kh Fusionsattel.
Folgende Erfahrungen konnte ich machen:

Mit ca. 20Kilo Gepäck aufm Rücken macht es nach ca. 20 Kilometern kaum noch spaß rumzufahren, da dann doch der allerwerteste und gebaumel den Geist aufgaben und sagten: “Gib mir Blut sonst wirst du unglücklich” und die Innenschenkel durch die Reiberei am Sattel eh schon entmündigt waren.

Inwieweit es besser ist sich lieber ne Radsporthose anzuziehen, kann ich nicht sagen, aber ich denke mit sonem ding isses vielleicht etwas angenehmer. Wer kann was dazu sagen?

Zitat von Johannes:

Wieviel Km hast du am Tag denn zurücklegen können? Mein maximaler Streckenrekord liegt bei 27Km. Sonst sahen wir zu dass wir was zwischen 20 und 25 Km am Tag schafften (die Innenstadtfahrerei ohne Gepäck nicht mitgezählt.)

Der Lenker war eine gute Stütze und eine kleine große Hilfe beim Beschleunigen und Bremsen, da die Hebelwirkung doch etwas größer ist als beim Griff am Sattel. Das hintere Stangenteil des Lenkers ist eher unbrauchbar für größeres Gepäck.

Alles in Allem sind wir ca. 70-100 Km in 4 Tagen gefahren; mit und ohne Gepäck.

fazit: der KH FusionSattel(älteres Modell) is meiner Meinung nach nicht besonders Gepäcktauglich, wahrschienlicher aber ist es, dass es kein Sattel ist. Dennoch würde ich vorschlagen es mit einem Sattel zu probieren, der wesentlich weniger Bananig ist.
Das Gepäck sollte nicht zu sehr ausschwenken, da sonst die “gute” Fahreigenschafft enorm gebremst wird.
Mit 125er Kurbeln ist man auf jeden Fall gut dabei zwischen , wie auch schon chris216,10 und 15Km/h; kleinere Kurbeln sind wohl eher gewöhnungsache, unbedingt größer sollten sie aber nicht seyn, denke ich.

Ein funktionabler Anhänger wäre für großes gepäck optimal, nicht zuletzt auch wegen dem Rücken, auf Dauer kann das schon etwas weh tun, vor allem wenn er nicht ausreichend trainiert ist. :wink:

Soviel von mir und meinen ersten Erfahrungen mit einer Langstrecke :slight_smile:

gratulation erst mal!!
20kg ist viel zu viel, ich schaue, dass ich auch bei mehrtagestouren nie mehr als 8kg (max 10kg) auf dem rücken habe.
Fahrradhose muss unbedingt sein für längere touren und darauf achten wo sie die nähte hat.

sattel: muss glaube ich jeder für sich selbst rausfinden…

Mit mehrtägigen Touren habe ich bisher keine Erfahrung. Unabhängig davon erscheinen mir 20 kg ziemlich heftig.

Auf meiner letzten Tagestour am vergangenen Samstag bin ich (und drei weitere Fahrer) 33 km gefahren, dabei hatte ich ca. 6-7 kg auf dem Rücken und war mit einem KH24 mit Schlumpf, 150-mm-Kurbeln und dem Sattel KH Fusion Freeride 2008. Das Gelände war bis auf eine langgezogene Steigung zu Beginn nicht sehr anspruchsvoll.

Entgegen meinen Erwartungen hatte ich mit dem Sitzfleisch die geringsten Probleme. Eher habe ich die Erschöpfung in Armen und Beinen gespürt, was aber meinem schlechten Trainingszustand zuzuschreiben ist. Eine Rad(unter)hose kann ich aber auch nur wärmstens ans Herz legen.

Bei dem leichten Gelände hat mich am meisten die große rotierende Masse des Reifens im großen Gang gestört. Zumindest mich hat das viel Kraft beim Abbremsen und Beschleunigen gekostet, was sich über die Strecke aufsummiert hat. Oder kommt mir das nur so vor und es ist alles eine Frage der Technik?

Ergänzung: Letzten Sommer bin ich auch mal 35 km auf einem KH20 gefahren. Das kann ich aber echt nicht weiterempfehlen. Das artet dann doch zu sehr in Gestrampel aus. :wink:

…Lass es 15 kilo gewesen sein…gewichtet habe ich es nicht. es ist nur ein schätzwert. Es war auf jeden fall schwer für mich… :slight_smile: