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#16 | |
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Freistiel mit Freibier
Join Date: Jan 2003
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Nein, sowas meinte ich nicht. Es ist schon ein Kreis den man im Spin um einen Mittelpunkt fährt (mehr oder weniger, mit minimalen elliptischen Ausschwankungen). Welche wellen ich meine: Stell dir einen Kreis mit dem Zirkel gezeichnet vor. Und jetzt nimmsde einen Stift und malst Wellenförmig über die mit dem Zirkel gezeichnete Linie. So fährt dein Einrad - wegen der Kurbeln kommt das. Je kürzer die Kurbeln, desto geringer die Amplitude der Welle (Ich habs mal angehängt als Grafik).
Sorry, ich muss dir widersprechen - und ich hoffe Wolfgang hat nicht allzuviel dagegen, dass ich seine Bewegung mal auseinander nehme. Zuerst kommt diese ruckelige Ausbuchsung der Hüfte (Arsch raus, Schultern vor) vom noch gerade fahren als Übergang in den Spin. Dabei geht das Tempo verloren und muss neu aufgebaut werden (was sich später "rächt"). Der Wolfang wird also schneller und richtet sich auch Stückweise weiter auf - Schultern ziehen weiter nach oben, Hüftstreckerwinkel wird größer. Die weiter, schwereren außen liegenden Bewegungssegmente (Schulter + Po) nähern sich der KLA an, die zwischen Schultern und Po liegt und das Lot fällt (wie oben schon erwähnt). Die Arme stabilisieren die Bewegung - zumindest hat es auf mich den Eindruck. Sie kreisen aber elliptisch. Durch unterschiedliche hohe Schulterstände sind auch die Hände unterschiedlich weit vom Boden weg, kann man sehr gut sehen. Die Arm-Rumpf-Winkel (ARW) verhalten sich auch unterschiedlich. Vor allem der linke ARW schwankt um hier überschüssige Energie durch das zu schnelle Treten abzugeben. So, dann kommt der Punkt mit dem ersten 'full spin' (360° Drehung) zuerst einmal vorwärts, dann einmal rückwärts. Aber wie kommt es dazu. Wie weiter oben erwähnt richtet sich der Oberkörper kontinuierlich weiter auf, die Massensegmente nähern sich der KLA an und letztlich 'überlappt' es, dann blockiert auch automatisch Wolfgangs linker Fuß, um hier den full spin einzuleiten und dann nochmal rückwärts weil noch so viel Energie aus der zuvor aufgebauten Geschwindigkeit vorhanden war - er nutzt sie auch direkt weiter, sehr clever, um hinten dran, nach einer Radumdrehung, nochmal 2 Fullspins zu machen (er wollte ja noch nen bisschen drehen, ne?) Pirouetten waren da nicht bei. Dazu müsste es eine Drehung mit mind. 2 Umdrehung auf der Stelle sein (gibts da ne offizielle IUF Beschreibung zu?). Mal ne Frage an den Wolfgang: weißt du was deine Arme während des Spins machen? Könntest du sie anders bewegen? (Aber das zielte jetzt auf die Freiheitsgrade). Die Spins vom Wolfgang funktionieren sehr gut. Hätte er nicht voll hochbeschleunigt liese sich hier eine konstante Geschwindigkeit halten um den Spin zu stabilisieren - danach kann man immer noch schneller werden. Für einen Spin, egal nun welcher Art, muss man die Rumpf, vor Allem Brustmuskulatur, anspannen um die Energie zu "bündeln"?!? Hmm, jetzt doch Muskelanspannung bündelt die Energie? Siehe Fäuste oben. Ich hab mal noch nen Bild von Wolfgangs Spin angehängt. Und auch nochmal eines, welches ich nach Wolfgangs erster Beschreibung verstanden hatte. Deswegen auch diese Irritation in meinem ersten Post. Quote:
. Deine Satz danach hat sich heute wohl eher umgedreht. Man hat sich durch Versuchen an eine neue bessere/schönere?* Spin-Variante herangebessert, die von dori im ersten Post skizzierte und Janina im Foto gezeigte. Dadurch hat sich die Körperhaltung eben verändert, als ein Defizitausgleich der Fahrtechnik würde ich das nicht werten, eher im gegenteil eine evolutionäre Verbesserung der Spintechnik.Heute wird nach der neuen Technik trainiert - ich bring das auch so bei. Für dori ergeben sich dadurch in ihrem Vortrag 2 Fahrtechniken, die sie erklären kann. Vlt. auch mit diesem evolutionären Hintergedanken. So. Feuer frei! |
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mono-sapies
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Aber was haben die Arme mit der Energie vom Treten zu tun? Quote:
PS: Das man mit längeren Kurbeln schneller schlänkert ist mir auch schon aufgefallen. Aber warum eigentlich? |
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#18 | |
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Freistiel mit Freibier
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So eine kinetische Kette kann man bewusst einsetzen, beim Speerwurf z.B. fällt mir grad ein, weils unser Dozent dort immer wieder gesagt hat. Oder eben wie du es beim Wolfgang im Spin siehst. Die Beine strampeln und geben die Energie an den Oberkörper weiter, weils zu viel ist, muss er die wieder abgeben, durch das schwingen des Armes (warum das passiert, kann ich nicht erklären - aber es funktioniert). Und weils dann irgendwann zu viel ist - zu schnell gestrampelt der Gute - drückt es den Wolfgang rum und er macht zuerst nen Fullspin vorwärts, nen halben Spin weiter in einen rückwärts Fullspin und weil dann immer noch Energie da ist bzw. auch durch diese Spins wieder aufgenommen und erzeugt worden ist, dreht sich der Wolfgang nochmal, aber er hat es ja auch ein bisschen provoziert und wollte sich auch nochmal drehen, deswegen holen auch die Arme nochmal Schwung ![]() Das Wort Fullspin hab ich mir für den letzten Post ausgedacht. Da klafft es bei der IUF an der Nomenklatur für Spin-Tricks, mal die Japaner fragen, ob die dafür ein paar Namen haben. Dass das Einrad mit längeren Kurbeln mehr schwackelt dürfte daran liegen, das die Pedalen und Kurbelarme weiter weg vom Radzentrum liegen als bei kürzeren, und wir sind wieder beim Massenträgheitsmoment, der quadrierte Abstand der Massensegmente zur Rotationsachse (also der Nabe). Das Massenträgheitsmoment ist bei längeren Kurbeln größer, also mehr Umwucht, die auf das Rad schlägt. Randbemerkung: Bei einem Rennen hatten sich 2 Japaner gegenüberliegend zur Kurbeln kleine Alu-Plättchen auf die Felge montiert um dort gegenzusteuern, was eine clevere Idee das ist. Allerdings bin ich kein Physiker und das bisschen Biomechanik was ich hatte sollte auch nicht fest sitzen bei mir. Von daher sind auch meine Aussagen mit Vorsicht zu genießen dahingehend. Last edited by gossi; 2009-10-08 at 07:51 PM. |
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#19 | ||||||||||
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Ich finde ja, das sieht eher nach deiner rechten Skizze aus, wenn auch mit etwas weniger Schräglage. Quote:
Was ist übrigens eine Kinetische Kette? Meintest du vielleicht Kinematische Kette? Aber auch dieser Begriff ist hier wenig passend. Und was bedeutet Mitinnervation? Bei Wikipedia lernt man, daß Innervation die "Versorgung von Organen oder Körperteilen mit Nervenfasern bezeichnet". Folglich wäre Mitinnervation die Mitversorgung mit Nervenfasern. Und was möchte mir das jetzt sagen? Kann es sein, daß du hier mit Begriffen um dich schmeißt, die in diesem Kontext nur bedingt eine Bedeutung haben? Quote:
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Wolfgang Quote:
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Freistiel mit Freibier
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Sorry - für die etwas späte Antwort. Musste mich diese Woche wieder erstmal "einstudieren".
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Erstmal Mitinnervation: Wie du richtig herausgefunden hast, bedeutet Innervation (u.a.) die Anreizung der Muskeln (Durch das Gehirn, das gibt elektrische Impulse, die dann die Muskeln kontrahieren lassen). Mitinnervation ist nun, dass nun benachtbarte/aneinandergehängte Muskeln, die du nicht willentlich unterbindest nacheinander mit kontrahieren (auch nur bedingt, nämlich durchaus willentlich gesteuert). Kinematische Kette: Bei der Kinematischen Kette werden Energien, die in einzelnen Muskeln aufgebaut werden, (bei der Mitinnervation) an den nächsten Muskel weitergegeben, sodass am Ende bei einem Punch die Energie nicht nur aus dem Arm/Hand kommt, sondern gar aus den Füßen mit entstanden ist. Das ist dieses gelbe Geblinkel in dem Video oben. Verständlich? Sonst will ich das auch gerne noch anders versuchen. Quote:
(siehe unten)Quote:
![]() Um jetzt den ganzen Hokus-Pokus nochmal aufzugreifen. Durch dein Strampeln leitest du sehr viel Energie in den Körper hoch (weil du mehr Energie durch dein Strampeln erzeugst, als für das Fahren tatsächlich notwendig ist -> siehe Freiheitsgrade). Der Körper leitet das dann oben weiter, in den Oberkörper und gibt es über die Arme ab. Beispiel: Man sieht es auch oft bei Japaner-Küren, ich habe mal darauf geachtet, während ich sie mir angeschaut habe. Die drehen sich ja gerne und auch ziemlich oft. Und die Arm-Bewegungen sind wahrscheinlich wohl nur aus ästhetischer Sicht und Zwecks Präsentation gewählt und dennoch "schmeissen" die förmlich zu viel Energie, die im Rumpf noch gespeichert ist, mit einer Armbewegung "weg". Anderes Beispiel, kennst du sicherlich (nehme ich mal an): Siehst du wenn jemand Spins trainiert. Müssen ja nichtmal viele sein. Aber mancher Fährt dann noch 2-3 Radumdrehungen und dann schmeisst es ihn vom Rad (müssen nicht zwingend Spins sein, aber dabei sieht man es am Besten). Da fährt dann der Fahrer, man sieht ganz offensichtlich das der Oberkörper falsch "hängt" (ich würde auf zu weit nach vorne tippen), der Fahrer wird schneller (im Treten jetzt) man denkt sich "fang den Trick" und dann plumpst er => Aufgestaute Energie im Körper, die nicht abgegeben worden ist. Viel spannender finde ich an dieser Stelle die Frage: Wenn du deinen Oberkörper/Rumpf anspannst, kannst du diesem Wackeln teils widersetzen, ob dann immer noch die Arme Energie ableiten - ich würde fast behaupten schon, denn der Oberkörper (Brust/Schultern arbeiten ja trotzdem). Aber kann denn hier ein Muskeltonus die Kinematische Kette unterbrechen, quasi "ersticken"? Und warum? Eine Frage, die ich mir für meinen Prof notiert habe. Genauso warum es schwerer wird zur Pirouette zu ziehen, wenn man die Fäuste ballt. Quote:
Die andere Frage, worum der Thread ja auch hier geht. Ist die Physik von Spins. Und dort haben wir offensichtlich 2 verschiedene Ausführungsvarianten, die sich auch physikalisch unterscheiden. Ich hätte nichts dagegen beide erklärt zu haben - ich stelle das Ergebnis auch gerne auf einradfahren.de ein. Ich bin bei dem Thema ja fast selbst, bester Kunde
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Wolfgang Quote:
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Freistiel mit Freibier
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korrekt, woher die Energie kommt ist ja wurscht, aber ja meistens aus irgendwelchen Drehungen
Setzt er danach einen Spin an, nimmt dann die Hände dazu in Mitte/zur Brust (Drehmomentverkleinerung) und danach wieder nach außen, dann lässt sich die Energie darüber abgeben. Es ist sogar spürbar (also ich merks), ich geb mal nen Beispiel dazu:Du fährst ganz trivial, ne 180° Kurve, in sehr engem Durchmesser, nicht größer als 1m (also Richtungswechsel). Ich nehm mal als Beispiel jetzt ne Rechtskurve: Bei der Einfahrt neigst du die Hüfte leicht nach innen. Die Linke Hand zieht du zur Brust in die Mitte. Dadurch kommt die Drehung (Im Zusammenspiel mit den Pedalen) und danach zieht die Linke Hand wieder nach außen, man kann spürbar den 'Abgang' der Energie feststellen. In der Vorlesung hatten wir Thema Energiespeicherung angerissen. So eine Energie kann ja leider nicht ewig im Muskel gespeichert werden, sondern verpufft nach ziemlich kurzer Zeit wieder (wäre sonst super, man sammelt erstmal ewig und springt dann aufs Empire State hoch :-)). Solange die Energie aber im Körper in Bewegung ist, kann man sie darin bewegen (in gewissermaßen vorgegebenen 'Bahnen'). Da ich immer mit Front- und Backspin durcheinander komme: Hatte ich mir mal als Gedankenhilfe ein to bzw. from davor gesetzt, leider konnte ich mir nichtmal merken, welche Präposition davorkommt. Welche ist es denn nun? [to Back spin from front bzw. from back spin to front] Und wie merke ich mir am besten die Präposition?
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Da wird keine Energie abgeleitet, sondern lediglich die Rotationsgeschwindigkeit verändert. Das Drehmoment (und damit auch die Energie) bleibt erhalten (Reibung etc. mal vernachlässigt). Wenn ich die Arme einziehe, reduziere ich den Hebel, so daß sich bei gleichbleibendem Drehmoment die Rotationsgeschwindigkeit erhöht. Das funktioniert auch in der anderen Richtung, indem man durch Ausstrecken der Arme die Rotation verlangsamt (nicht stoppt). In beiden Fällen bleibt die Energie erhalten.
Beim Ausfahren aus einem Spin muß ich das Drehmoment aber wirklich loswerden, nicht nur die Rotation verlangsamen. Und die einzige Art, wie man in dieser Situation Drehmoment loswerden kann, ist über Reibung/Haftung zwischen Reifen und Boden. Sehr offensichtlich passiert das z.B., indem man eine Pirouette ausdrehen lätß bis zum Stillstand. Der Grund, warum eine Pirouette nicht ewig weiterdreht ist einfach Reibung, nicht das Ballen der Faust und auch nicht das Verschlucken von Energie.
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Wolfgang Quote:
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Ich gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu
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Subjektiv fühlt es sich aber so an, als ob Energie von einem Muskel zum anderen fließt ![]() Das hilft als Vorstellung sicher besser beim Lernen als die tatsächliche Physik. (blödes Beispiel Du mußt auch nichts von hydrodynamik verstehen um schwimmen zu lernenQuote:
Wie kommst du überhaupt in die Drehung? Da gibt es das Experiment aus dem Physikunterricht: Ein drehendes Rad bleibt senkrecht auch wenn es nur an einer Seite der Achse hängt. Es beginnt aber um diesen Punkt zu kreisen. Das Selbe machst du, wenn du die Kurve beginnst: du neigst dich nach der Seite und das Rad dreht in die Kurve. Und genau so, nur umgekehrt beendest du die Drehung auch wieder. Du fährst mit dem Rad unter dem Schwerpunkt durch, dadurch neigst du dich in die entgegengestzte Richtung und die Drehung ist vorbei. Die Reibung hilft nur insofern, dass du nicht weg ruscht.
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Charly (Ambitionierter, älterer, alterstarrsinniger Einradler) My Homepage <weird translation by GOOGLE> traffic rules are just an option ![]() DIGGER: Einradfahren kann man nich kaufen - muss man lernen
Last edited by Charly.Oldie; 2009-10-20 at 08:51 AM. |
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